Mit dieser Aktion wollen Studenten die Wiesbadener Tafel unterstützen

Die Tafeln bekommen immer weniger Spenden, gleichzeitig steigt die Nachfrage an. Vier Studenten der Hochschule RheinMain hatten nun eine außergewöhnliche Idee: Sie wollen Grundschulkinder mit ins Boot holen.

Mit dieser Aktion wollen Studenten die Wiesbadener Tafel unterstützen

Die meisten Tafeln in Deutschland sind am Limit: Fast alle Einrichtungen erleben seit etlichen Monaten einen starken Andrang, gleichzeitig gehen die Lebensmittelspenden zurück. Allein in Hessen verzeichnen die Tafeln 35.333 Personen, die neu aufgenommen wurden und regelmäßig mit Lebensmitteln unterstützt werden, teilte der Vorsitzende von Tafel Hessen e.V., Willi Schmid, erst Anfang November mit (wir berichteten).

Vier Studenten der Hochschule RheinMain wollen nun – gemeinsam mit Grundschulen aus der Stadt – die Tafel in Wiesbaden unterstützen. „Die Kinder können kleine Essenspenden für die Tafel abgeben und bekommen von uns Grußkarten gestellt, die sie mit weihnachtlichen Motiven und Grüßen versehen können“, erklärt Lara Liebscher, eine der Initiatorinnen. Die Lebensmittel sowie die Karten werden in den Klassenräumen in Kisten gesammelt. Mitarbeiter der Tafel holen die gefüllten Kisten ab und geben sie an die Abnehmer aus. Dadurch wollen die vier Studenten auf die aktuelle Situation aufmerksam machen und zeigen, dass an die Menschen gedacht werde.

Im Vorfeld wollen sie das Projekt in den Schulen vorstellen, es soll Elternbriefe geben und Erinnerungen kurz vor dem Abholtag. Die letzten Jahre mit Corona sowie der Krieg in der Ukraine machten gerade den Menschen zu schaffen, die wenig haben, so Liebscher. „Deshalb haben wir uns zusammengetan um, gerade jetzt zur Weihnachtszeit, ein Gefühl des Zusammenhalts und gegenseitiger Unterstützung zu vermitteln.“

Als Spenden kommen vor allem lang haltbare Lebensmittel sowie Trockenware in Frage, also etwa Nudeln, Reis, Linsen und Gries, H-Milch, Gemüsebrühe, Mehl, Zucker, Margarine und Salz sowie Konserven aller Art. „Gerne auch Weihnachtsprodukte wie Spekulatius, Lebkuchen, Kekse“, schlägt Liebscher vor.

Hintergrund

Die Tafeln verwerten Lebensmittel von Bäckereien, Lebensmittelgeschäften, Supermärkten, Bauernhöfen und Wochenmärkten, um sie an bedürftige Menschen zu verteilen. Auch werden Lebensmittel an soziale Einrichtungen weitergegeben. Die Tafel Wiesbaden finanziert sich zum einen aus den Mitgliedsbeiträgen von derzeit über 350 Mitgliedern, zum anderen aus Geld- und Sachzuwendungen. 180 ehrenamtlich tätigen Mitglieder sind hier tätig. Ausgabestelle ist das Stephanuszentrum. Aufgrund des Ansturms und steigenden Kosten kommen die Tafeln seit Monaten über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus. Sie müssen Aufnahmestopps aussprechen oder Neukundenanfragen auf Wartelisten vormerken.

Wie ihr die Wiesbadener Tafel unterstützen könnt, erfahrt ihr hier.

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