Kommt bald das 365-Euro-Ticket für alle Wiesbadener?

Auf einer Infotour zur CityBahn kündigte Verkehrsdezernet Andreas Kowol die Prüfung eines vergünstigten Tickets für alle an. Tatsächlich wurde das 365-Euro-Ticket schon im September 2018 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen.

Kommt bald das 365-Euro-Ticket für alle Wiesbadener?

Schüler, Azubis, Volontäre und junge Menschen aus Wiesbaden, die einen Freiwilligendienst machen, können schon seit einiger Zeit recht günstig — für 365 Euro im Jahr — hessenweit mit Bus und Bahn von A nach B fahren. Sie alle haben Anspruch auf ein 365-Euro-Ticket. Studenten an staatlichen Unis haben ein Semesterticket. Und auch Senioren sollen bald eine günstigere Fahrkarte bekommen. Auf einer Infotour zur CityBahn kündigte Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) jetzt an, dass die Stadt Wiesbaden die Einführung des 365-Euro-Tickets für alle prüft. Es soll dann zwar nicht hessenweit, aber für das gesamt Wiesbadener Tarifgebiet gelten.

Maßnahme im Sofortpaket zur Luftreinhaltung

„Viele Wiesbadener Arbeitnehmer kommen zudem in den Genuss vergünstigter oder kostenfreier Jobtickets“, sagt ein Sprecher des Verkehrsdezernats. Für die Wiesbadener, die für diese Angebote noch nicht berechtigt sind, habe die Stadtverordnetenversammlung im September vergangenen Jahres im Rahmen des Sofortpakets zur Luftreinhaltung den Grundsatzbeschluss für ein 365-Euro-Ticket für Wiesbaden ab 2020 getroffen.

„Für die Jusos Wiesbaden ist klar, dass das 365-Euro-Jahresticket für alle kommen muss.“ - Silas Gottwald, Jusos-Vorsitzender

Die Chancen, dass also alle für einen Euro am Tag durch Wiesbaden fahren können, stehen folglich gut. Auch die Jungsozialisten (Jusos) Wiesbaden würden das begrüßen: „Für die Jusos Wiesbaden ist klar, dass das 365-Euro-Jahresticket für alle kommen muss“, sagt der Vorsitzende Silas Gottwald. Für eine echte Verkehrswende brauche es einen günstigen öffentlichen Nahverkehr. Von der Stadt Wiesbaden fordern die Jusos deshalb ein „echtes Bekenntnis für einen günstigen öffentlichen Nahverkehr“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Finanzierung muss noch geklärt werden

Laut Verkehrsdezernat ist die Stadt Wiesbaden dran: „Neben den erwarteten positiven Auswirkungen auf die Luftqualität und das Klima wäre ein solches Ticket auch aus sozialpolitischen Gründen zu begrüßen“, so der Sprecher des Verkehrsdezernats, „da Mobilität für weite Teile der Bevölkerung erschwinglicher würde.“ Allerdings kann es noch etwas dauern, bis es ein genaues Datum gibt. „Um ein 365-Euro-Ticket umzusetzen, ist eine intensive Abstimmung mit dem Rhein-Main-Verkehrsbund nötig“, erklärt der Sprecher des Verkehrsdezernats. Außerdem müssen auch die Kooperationspartner RNN und der gemeinsame Verkehrsbund mit Mainz einbezogen werden. „Vor allem muss auch noch die Finanzierung der Differenz zum aktuellen Preis der Jahreskarte geklärt werden.“

Wien als Vorbild

„In Wien verdoppelte sich die Anzahl der verkauften Jahreskarten von 363.000 auf 760.000.“ - Jusos Wiesbaden

In Wien funktioniert das 365-Euro-Ticket übrigens sehr gut. Dort wurde das Ticket schon 2012 eingeführt. Die österreichische Hauptstadt gilt deshalb als Vorbild für Wiesbaden. „Dort verdoppelte sich die Anzahl der verkauften Jahreskarten von 363.000 auf 760.000“, sagen die Jusos. Außerdem habe sich laut Bartelt nach der Einführung des 365-Euro-Tickets in Wien auch der ÖPNV-Anteil am Modal Split — also die Verteilung der Personen auf die verschiedenen Verkehrsmittel — auf 39 Prozent erhöht. (js/ts)

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