So lief die Sprengung der Salzbachtalbrücke

Südbrücke soll 2023 fertig werden

So lief die Sprengung der Salzbachtalbrücke

Erfolgreiche Sprengung: Die marode Salzbachtalbrücke ist seit Samstagmittag Geschichte. Die Firma Reisch Sprengtechnik brachte die beiden Bauwerke (Nord- und Südbrücke) mit rund 205 Kilogramm Sprengstoff und rund 1090 elektrischen Zündern planmäßig zum Einsturz. Zunächst fiel das südliche Brückenbauwerk senkrecht nach unten und zwei Sekunden später kippte die Nordbrücke vom Klärwerk weg auf den Südüberbau. Das teilt die Autobahn GmbH am Nachmittag mit.

Zuvor waren umfangreiche Schutzvorkehrungen angebracht worden: über 150 Sprengschutzmatten (jeweils 1,3 Tonnen schwer), mehrere tausend Quadratmeter schweres Sprengvlies sowie 50.000 Kubikmeter Sand und Erde. Dadurch wurde die unter der Brücke liegende Infrastruktur (bspw. Klärwerk, Bundesstraße B 263, Bahngleise) vor dem Aufprall der Brückentrümmer geschützt.

140 Personen waren evakuiert worden, die in dem 250 Meter umfassenden Sicherheitsradius leben. Zudem wurden technische und organisatorische Maßnahmen getroffen, um Immissionen zu vermindern und zu überwachen. Eingesetzt wurde auch eine Bindungsanlage, die die Ausbreitung von Staub verminderte.

Nach der Sprengung setzten sich direkt 15 Kettenbagger, drei Radlader und drei Vorderkipper in Bewegung, um die gesprengte Betonbrücke zu zerkleinern. 15.000 Tonnen Abbruchmaterial (Beton und Stahl) müssen verarbeitet werden. Rund 25 Arbeiter werden an dem Wochenende in den ersten Einsatz gehen. Insbesondere die Bereiche der Bahngleise und der Bundesstraße B 263 stehen laut Autobahn GmbH im Fokus der ersten Maßnahmen.

Südbrücke soll 2023 fertig werden

Ulrich Neuroth, der Direktor der Niederlassung West der Autobahn GmbH, sagt: „Ich bin froh und dankbar, dass wir jetzt zügig damit beginnen können die Bahngleise sowie die B 263 wiederherzustellen.“ Der Zugverkehr solle in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn jetzt noch vor Weihnachten ermöglicht werden. „Nach der Baufeldräumung startet der Neubau des südlichen Brückenteils. Wir haben nun veränderte Bauabläufe, die wir mit der Baufirma optimierend angehen werden. Eine Vollendung von Süd noch in 2022 ist nicht realistisch, es wird 2023. Mein und unser Dank gilt allen Beteiligten für die außerordentlich gute Zusammenarbeit auf dem bisherigen Weg.“

Laut Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende muss die Priorität darauf gelegt werden, dass die Bahngleise und die Zufahrt zur A 671 möglichst schnell wieder nutzbar sind. „So bekommen wir zu mindestens eine dringend notwendige Teilentlastung für den Verkehr in Wiesbaden.“ Er hoffe, dass die neue Südbrücke Anfang 2023 fertig gestellt werde. „Weitere Verzögerungen wären für die Landeshauptstadt schwer verkraftbar.“

Hintergrund

Die Salzbachtalbrücke wurde 1963 erbaut. Am 18. Juni 2021 sackte der Überbau an der südlichen Brücke wegen eines versagendes Rollenlager ab. Aus diesem Grund musste die Brücke zwischen den Anschlussstellen Wiesbaden-Biebricher Allee und Wiesbaden-Mainzer Straße der A 66 gesperrt werden. Bis zu 90.000 Fahrzeuge passierten täglich die Brücke.

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