Ärger um Radfahrer im Biebricher Schlosspark

Immer wieder ärgern sich Spaziergänger in Biebrich über Radfahrer, die über den Schlosspark abkürzen oder dort ihrem Hobby nachgehen wollen. Dabei gelten im Park klare Regeln, wo Fahrräder erlaubt sind und wo geschoben werden muss.

Ärger um Radfahrer im Biebricher Schlosspark

Es ist Sonntagnachmittag im Biebricher Schlosspark — und allein auf dem kurzen Wegabschnitt zwischen Spielplatz und Mosburg sind gleichzeitig zehn Radfahrer, darunter auch zwei Kinder, unterwegs. Als ein Spaziergänger von einer Sitzbank aufsteht, muss ein Kind ihm ausweichen, das Hinterrad rutscht beim Bremen weg, der Junge landet auf dem Boden.

Verletzt hat er sich zwar nicht, doch eigentlich hätte der kleine Unfall nicht passieren dürfen, denn auf den Schotterwegen herrscht Fahrradverbot. Doch genau diese Regeln scheinen nicht allen Parkbesuchern bewusst zu sein. Auch in einem Snip von Merkurist-Leser Günter wurde in den vergangenen Tagen heftig über die Rad- und Fußgängerwege im Park diskutiert.

Eindeutige Regeln

Tatsächlich ist das Radfahren in den meisten Teilen des Schlossparks verboten. In der Parkordung an den Eingängen steht: „Rad- und Kraftradfahren sowie reiten und die Benutzung von Sportgeräten sind nicht gestattet.“ Doch es gibt eine Ausnahme, wie ein Sprecher des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH), die den Park verwaltet, erklärt. „Freigegeben für Radfahrer ist allerdings die Querverbindung zwischen den Straßen ‘Am Schloßpark/Armenruhstraße’ und ‘Am Parkfeld/Nansenstraße’“. Der Weg ist im Gegensatz zu den anderen geteert. Symbole auf dem Boden weisen ihn zudem eindeutig als Radweg in beide Richtungen aus.

„Fußgänger haben bei Nutzung der Querverbindung allerdings Vorrang.“ - Sprecher LBIH

Doch auch dort gibt es Einschränkungen, wie der Sprecher betont. „Fußgänger haben bei Nutzung der Querverbindung allerdings Vorrang.“ Dass die anderen Wege nicht mit dem Fahrrad genutzt werden dürfen, begründet der Sprecher als Sicherheitsvorkehrung. „Weitere Wege im Schlosspark Biebrich sind zum Schutz der erholungssuchenden Parkbesucher (insbesondere von älteren Personen und Kindern) sowie zum Schutz unserer Mitarbeiter nicht freigegeben.“ Stattdessen können Radfahrer, die zwischen Rheinufer und Äppelallee unterwegs sind, die beiden Straßen „Am Parkfeld“ und „Am Schlosspark“ nutzen, die beide direkt neben dem Park verlaufen.

Ob sich die Parkbesucher an die Regeln halten, kontrolliere in unregelmäßigen Abständen die Stadtpolizei. Neben einem Platzverweis sind dann auch Bußgelder möglich. „Unerlaubt auf Gehwegen fahren“ kann laut StVO mit bis zu 55 Euro zu Buche schlagen, „Missbräuchliche Nutzung von Grünanlagen“ laut Bußgeldkatalog der Stadt Wiesbaden mit bis zu 75 Euro. Eine regelmäßige Aufsicht gebe es aber nicht, ebenso wenig Einlasskontrollen an den Zugangstoren zum Park. Aufgrund des guten Wetters seit einigen Wochen und den Coronamaßnahmen, die die Wiesbadener zunehmend in die Naherholungsgebiete und Parks zieht, seien im Park laut LBIH derzeit mehr Besucher unterwegs als noch vor einigen Wochen. Dadurch habe sich auch die Anzahl der Radfahrer erhöht — Rücksichtnahme auf andere Besucher ist gleichzeitig im Moment umso wichtiger.

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