Wiesbaden: Polizei plant neues Mega-Zentrum

Drei Polizeistandorte in Wiesbaden sollen zusammengelegt werden. Dafür plant das Land den Kauf eines Grundstücks am Petersweg für 52 Millionen Euro. Die Politik muss noch zustimmen.

Wiesbaden: Polizei plant neues Mega-Zentrum

Die hessische Polizei plant, drei ihrer Standorte in Wiesbaden an einem neuen, zentralen Ort zusammenzulegen. Dieser soll im Gewerbegebiet Petersweg-Ost in Kastel entstehen. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung des Landes Hessen und der Landeshauptstadt Wiesbaden vom Mittwoch hervor.

Für das Vorhaben möchte das Land der Stadt eine rund 24,5 Hektar große, bisher unbebaute Fläche abkaufen. Der Kaufpreis liegt bei etwa 52 Millionen Euro. An dem neuen Standort sollen das Hessische Polizeipräsidium für Technik, das Hessische Polizeipräsidium Einsatz sowie die Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit untergebracht werden.

Bevor der Kauf abgeschlossen werden kann, müssen noch zwei Gremien zustimmen. Zuerst soll die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag (20. November) über den Verkauf abstimmen. Anfang Dezember befasst sich dann der Haushaltsausschuss des hessischen Landtags mit dem Ankauf.

Realisierung wird bis in die 2030er-Jahre dauern

Das Großprojekt ist langfristig angelegt und soll in mehreren Abschnitten realisiert werden. Die Fertigstellung wird sich voraussichtlich bis weit in die 2030er-Jahre erstrecken. Finanzminister Ralph Alexander Lorz erklärte, die Zusammenlegung sei wirtschaftlich und biete einen strategischen Mehrwert. „Perspektivisch haben Polizeibeamtinnen und -beamte dann am neuen gemeinsamen Standort kurze Wege und können sich schnell und persönlich austauschen“, so der Minister.

Durch die räumliche Nähe der Behörden sollen die Zusammenarbeit gestärkt und Synergien geschaffen werden. Laut Innenminister Roman Poseck sei die Bündelung „ein bedeutender Schritt hin zu zukunftsorientierten Sicherheitsstrukturen“. Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende unterstützt die Pläne. Er sieht durch die freiwerdenden Liegenschaften in der Innenstadt ein hohes Potenzial für die Stadtentwicklung.

Gleichzeitig äußerte er Bedenken: „Der mit dem Verkauf der Flächen am Petersweg verlorene Spielraum für Gewerbeentwicklung ist allerdings nicht leicht zu verschmerzen, wir zählen auf die Unterstützung des Landes bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete.“