Wiesbaden beschließt fünf neue Großprojekte für den Radverkehr

Wiesbaden investiert in den Radverkehr: Fünf neue Projekte sollen das Radfahren in der Stadt und ins Umland sicherer und attraktiver machen. Geplant sind auch Radschnellwege nach Mainz und Frankfurt.

Wiesbaden beschließt fünf neue Großprojekte für den Radverkehr

Die Stadt Wiesbaden will das Radfahren sicherer, komfortabler und alltagstauglicher machen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hat der Magistrat am Dienstag fünf wichtige Vorhaben für den Ausbau der Radinfrastruktur beschlossen. Die Projekte umfassen neue Radschnellverbindungen nach Mainz und Frankfurt sowie Verbesserungen im innerstädtischen Netz.

„Das Fahrrad wird immer wichtiger als Alltagsverkehrsmittel und hilft dabei, unsere Straßen zu entlasten“, so Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). Der Anteil der Radfahrer auf dem Weg zur Arbeit habe sich in den letzten Jahren verdoppelt. „Besonders stark ist der Zuwachs auf längeren Strecken – da ist das E-Bike ein Game-Changer. Darauf gehen wir jetzt mit weiteren Infrastruktur-Projekten ein.“

Radschnellwege nach Mainz und Frankfurt

Ein zentrales Vorhaben ist der erste Bauabschnitt der Radschnellverbindung nach Mainz. Er soll zwischen der Klingholzstraße und dem Theodor-Heuss-Ring entstehen. Die Kosten von rund 900.000 Euro sollen zu etwa 70 Prozent vom Land Hessen gefördert werden. Um Kosten zu sparen, werden die Bauarbeiten mit Arbeiten der Entsorgungsbetriebe (ELW) an einem neuen Hauptsammler koordiniert. Ein Wartungsweg der ELW wird dafür asphaltiert und als Teil des Radschnellwegs genutzt.

Auch die geplante Radschnellverbindung nach Frankfurt nimmt Form an. Der Magistrat hat der Vorzugsvariante aus einer Machbarkeitsstudie zugestimmt. Die Studie zeigt, dass die Route nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist und Fahrzeiten um bis zu 26 Prozent verkürzen kann. Ein Teil dieser Strecke wird auf einer stillgelegten Bahntrasse in Erbenheim verlaufen. Für diesen Abschnitt sind Kosten von 712.000 Euro veranschlagt.

Mehr Sicherheit im Stadtverkehr

Im Stadtgebiet selbst wird die Rüdesheimer Straße zwischen dem Kaiser-Friedrich-Ring und dem Loreleiring zur Fahrradstraße umgestaltet. Mit Kosten von 35.000 Euro soll hier eine Lücke im Radnetz geschlossen und der Anschluss an die ebenfalls geplante Fahrradstraße in der Adelheidstraße ermöglicht werden.

Für mehr Sicherheit, insbesondere für Radfahrer, wird zudem der Theodor-Heuss-Ring umgestaltet. Auf Wunsch des Ortsbeirats Südost wird der Straßenraum neu aufgeteilt. Geplant sind unter anderem Radfahrstreifen, Schutzstreifen und verbreiterte Gehwege. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf 192.000 Euro.

Bevor die Projekte umgesetzt werden können, müssen noch die Ortsbeiräte und die Stadtverordnetenversammlung zustimmen. Das Verkehrsdezernat kündigte zudem weitere Projekte für 2026 an, darunter die „Kaiserspindel“, eine stufenlose Auffahrt zur Kaiserbrücke nach Mainz.