Immer weniger Menschen können sich das Wohnen in Wiesbaden leisten

Die steigenden Mietpreise in Wiesbaden belasten auch zunehmend wohlhabendere Bevölkerungsschichten. Der Mieterbund Wiesbaden fordert daher, dass deutlich mehr Wohnungen in der Stadt gebaut werden sollen.

Immer weniger Menschen können sich das Wohnen in Wiesbaden leisten

Mit durchschnittlich über 12 Euro für den Quadratmeter sind die Mietpreise in Wiesbaden auf einem neuen Hoch angekommen. Nur wenige Städte in Deutschland sind damit teurer, selbst in größeren Städten wie Düsseldorf müssen Mieter im Schnitt weniger für ihre Wohnungen zahlen. Besonders in den Wiesbadener Innenstadtbezirken wird bezahlbarer Wohnraum immer rarer.

„Es werden längst nicht so viele Wohnungen gebaut, wie benötigt werden.“ - Eva-Maria Winckelmann, Mieterbund Wiesbaden

Und die Preise könnten in naher Zukunft noch weiter ansteigen. „Es werden längst nicht so viele Wohnungen gebaut, wie benötigt werden“, erklärt Eva-Maria Winckelmann, Geschäftsführerin des Mieterbundes Wiesbaden. Gleichzeitig würden immer mehr Sozialwohnung wegfallen, sodass der knappe Wohnraum zugleich teurer werde. „Wir fürchten daher, dass die Preise auch weiterhin anziehen.“

Durch den Preisanstieg seien laut Winckelmann auch immer größere Teile der Bevölkerung betroffen: „Manche Mieter müssen mehrere Jobs ausüben, um die Mieten noch zahlen zu können, denn die Lohnsteigerungen sind längst nicht so hoch wie die Mietsteigerungen.“ Problemgruppen seien etwa Alleinerziehende, ältere Menschen oder frisch getrennte Paare, die neue Wohnungen suchen. Generell sei das Wohnen in Wiesbaden auch für immer mehr Menschen aus der Mittelschicht ein Problem. Diese seien dann dazu gezwungen, sich nach Alternativen im Umland umzusehen: „Dies führt wiederum dazu, dass beispielsweise längere Fahrtzeiten in Kauf genommen werden müssen und verstärkt das Auto eingesetzt wird.“ Eine in Zeiten der Klimakrise eher unschöne Entwicklung.

Zeitgleich seien die Orte im Umland, wo es noch bezahlbare Mieten gebe, wenig bis schlecht an den ÖPNV angebunden und haben keine gute Infrastruktur. Dies würde laut Winckelmann dazu führen, dass noch mehr Menschen in die Städte drängen.

Mehr Wohnungen

Um einen weiteren Anstieg der Mieten zu verhindern, brauche es aus Sicht des Mieterbundes dringend mehr Wohnraum, besonders im niedrigeren Preissegment. „Darüber hinaus müssen natürlich die wegfallenden Sozialwohnungen ersetzt werden“, so Winckelmann. Bis dahin brauche man eine Deckelung der Mietpreise sowie eine Reform des Mietspiegels, um möglichen Mietwuchern zuvorzukommen. (ts)

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