Fäkal-Skandal: Was ein Scheiß

Was da im Thermalbad Aukammtal herausgekommen ist, beschäftigt inzwischen auch das Rathaus. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass die Politik bei diesem Thema ein bisschen weniger auf die Kacke haut, findet Merkurist-Autor Dominik Brück.

Fäkal-Skandal: Was ein Scheiß

Um es gleich zu sagen: Ja, Fäkalien im Schwimmbad sind kacke. Dass die unliebsame Entdeckung im Thermalbad Aukammtal gleich einen solchen Shitstorm von Seiten der Politik auslöst, sollte allerdings nicht zum politischen Tagesgeschäft gehören.

Natürlich hat sich die Alternative für Deutschland (AfD) zuerst mit dem Thema befasst. Frei nach dem Motto „ab 5.45 Uhr wird zurückgeschissen“ will die Partei auch in den städtischen Schwimmbädern ihre Law-and-Order-Politik durchdrücken. Was die Politiker da in ihrer Pressemitteilung produziert haben, ist selbstverständlich ziemlicher Dünnschiss. Viel besorgniserregender ist allerdings, dass sich nun weitere Politiker offenbar gezwungen fühlen, bröckchenweise ihre Meinungen zu diesem Thema einfließen lassen - und das, obwohl die Stadt eigentlich einen großen Haufen anderer Probleme hat.

Das klärt sich von alleine

Um nur ein Beispiel zu nennen, wären da die Koalitionsverhandlungen, welche die Verantwortlichen inzwischen seit fast einem Jahr aussitzen, statt in der Sache endlich mal Druck zu machen. Die Politik sollte ihren Gedanken daher nicht bei jeder Gelegenheit freien Lauf lassen, weil sonst wichtige politische Entscheidungen im Klo runtergespült werden.

Dass ein Schwimmbad kein Bad sein sollte, ist aller Wahrscheinlichkeit nach den meisten Wiesbadenern klar. Dementsprechend sind derartige Missgeschicke auch selten und den meisten Schwimmern noch nie begegnet. Im Fall der Fälle sorgt aber in modernen Schwimmbädern die Technik dafür, dass Baden bedenkenlos möglich ist: In den meisten Städten klärt sich so etwas nämlich von ganz alleine.

Merkurist