Krankenpfleger unter Mordverdacht war auch in Wiesbaden tätig

27-Jähriger soll im Saarland mehrere Patienten getötet haben

Krankenpfleger unter Mordverdacht war auch in Wiesbaden tätig

Der 27-jährige Krankenpfleger, der im Verdacht steht, in einer Klinik im Saarland mindestens fünf Menschen getötet zu haben, war vor einigen Jahren im Wiesbadener St. Josefs-Hospital (JoHo) tätig. Das berichtet die Hessenschau am Freitag und bezieht sich dabei auf die Aussagen einer Sprecherin des Krankenhauses.

Dem Bericht zufolge arbeitete der Mann 2014 als Krankenpfleger im JoHo. Ab September war er auf der Intensivstation der Klinik tätig, bis er schließlich etwa zwei Monate später nicht mehr zum Dienst erschien und auch anderweitig nicht mehr erreichbar war. „Wir wurden bereits 2016 von den Ermittlungsbehörden kontaktiert und arbeiten seitdem eng zusammen, um die verstorbenen Patienten im Tätigkeitszeitraum von Daniel B. zu überprüfen“, so eine Sprecherin der Wiesbadener Klinik gegenüber dem Hessischen Rundfunk. Auffälligkeiten habe es bislang keine gegeben. Auch bei der Staatsanwaltschaft in Wiesbaden gibt es laut Hessenschau aktuell kein Verfahren gegen den Mann.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Saarbrücken dauern indes an. Der 27-Jährige wird verdächtigt, zwischen März 2015 und März 2016 insgesamt fünf Patienten in einer Klinik im saarländischen Völklingen getötet zu haben. Zwei weitere Patienten konnten gerettet werden.

Ersten Erkenntnissen zufolge soll der Mann die Patienten, vermutlich mit Medikamenten, in einen Zustand versetzt haben, in dem sie reanimiert werden mussten. Diese Reanimationen führte der Pfleger dann selbst durch. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass der Verdächtige sich so als Retter inszenieren wollte. Er sitzt aktuell eine dreijährige Haftstrafe wegen Betruges ab. (rk)

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