Bis zu 12 Euro pro Person: Kritik an neuen Eintrittspreisen für Schwimmbäder wächst

Um die Investitionen in ihre Bäder zu finanzieren, hat die Stadt Wiesbaden angekündigt, die Eintrittspreise der Schwimmbäder anzuheben. Die Höhe der neuen Preise stößt dabei auf Kritik.

Bis zu 12 Euro pro Person: Kritik an neuen Eintrittspreisen für Schwimmbäder wächst

„Total krank“, „Ich bin fassungslos“, „Unverhältnismäßig“ — so klangen viele der über 100 Kommentare unter der Meldung im Oktober, dass die Wiesbadener Schwimmbäder in den nächsten Jahren ihre Preise erhöhen wollen. Die Preiserhöhungen haben es in sich: In den Bädern Kleinfeldchen, Kostheim, Kallebad und Maaraue sollen Erwachsene ab 2020 5 Euro statt wie bisher 4,50 Euro zahlen, ab 2022 sogar 5,50 Euro. Bei Kindern und Jugendlichen soll der Preis von 1,50 Euro auf erst 2 Euro und dann 2,50 Euro steigen. Im Opelbald wird der bisherige Preis für Erwachsene von 8,20 Euro im nächsten Jahr auf 10 Euro, 2022 sogar auf 12 Euro angehoben.

Freier Eintritt für Jugendliche?

Aber nicht nur die Merkurist-Leser beschwerten sich über die geplanten Preiserhöhungen. Auch Aus Politik und Gesellschaft wurde Kritik laut. So merkten etwa der ehemalige Schwimmeuropameister Folkert Meeuw an, dass Eintritte von bis zu 12 Euro für das Opelbad vor allem die Stammkunden deutlich belasten würden. Die Rathausfraktion von Linken und Piraten befürchtet, dass durch die Preisstruktur die Zahl der Besucher deutlich zurückgehen könnte: „Nachdem wie jetzt bekannt wurde, die Besucherzahlen im Sommer 2019 trotz anhaltender Hitze schon rückläufig waren, kann man doch nicht mit völlig überhöhten Gebühren einen Schwimmbadbesuch zum Luxusevent machen“, erklärt Brigitte Forßbohm, sportpolitische Sprecherin der Fraktion.

Zwar wisse ihre Fraktion auch, dass die Wirtschaftlichkeit der Wiesbadener Bäder wichtig sei. Aber auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei es wichtig, eine Tarifstruktur zu entwickeln, die auf eine bessere Auslastung zielt. Besonders sozial schwächere Familien würden so von einem Schwimmbadbesuch ausgeschlossen. Daher schlägt die Fraktion vor, die Preiserhöhungen moderater zu gestalten. Zusätzlich wünschen sie sich, ähnlich wie in Frankfurt, freien Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren.

Antrag zugestimmt

Kritik an den Preiserhöhungen kommt auch von den Grünen aus dem Ortsbeirat Nordost, in deren Bereich das Opelbad liegt. Sie schlagen die Einführung eines ermäßigten Sondertarifs für Senioren über 65 Jahre in allen Bädern — insbesondere im Opelbad — vor. Normalzahler sollen nach den Vorstellungen der Grünen aber zunächst nicht entlastet werden: „Die sozial schwachen Gruppen sind zuerst zu entlasten, Normalverdienende können auch einen erhöhten Eintritt stemmen“, erklärt Gabriela Schuchalter-Eicke von der Grünen-Fraktion.

Ein entsprechender Antrag wurde in dieser Woche von der Mehrheit des Ortsbeirats angenommen. Deshalb wird sich der Ausschuss für Freizeit und Sport am 28. November mit dem Thema beschäftigen. Dann wird sich zeigen, wie hoch die Schwimmbadpreise in Wiesbaden wirklich steigen werden. (ts)

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