Parkplatz an der Fasanerie wird kostenpflichtig

Weil viele Besucher der Fasanerie mit dem Auto kommen, entstehen vor dem Parkeingang immer wieder gefährliche Situationen. Der Leiter des Verkehrsamts erklärt, mithilfe welcher Maßnahmen sich das bald ändern soll.

Parkplatz an der Fasanerie wird kostenpflichtig

Wenn Günter Kleemann mit seiner Familie in die Fasanerie geht, dann muss er sich immer wieder ärgern. Wie viele Besucher, fährt auch er mit dem Auto zum Tierpark. Geparkt wird auf dem Parkplatz gegenüber. Besonders an sonnigen Tagen müssen er und seine Familie dann gemeinsam mit vielen anderen Besuchern die Straße überqueren. Und dann wird es schwierig: Zwar ist die Geschwindigkeit für Autofahrer dort schon seit Jahren auf 40 km/h reduziert, über die Straße komme man in Stoßzeiten aber oft nur schwer, sagt Kleemann.

Viele Autos, viele Fußgänger

„Muss es erst zu einem Unfall kommen bis irgendwer aufmerksam auf diesen Gefahrenpunkt wird?“ - Günter Kleemann, Besucher

„Ich selbst habe glücklicherweise noch keine gefährliche Situation vor der Fasanerie erlebt, aber muss es erst zu einem Unfall kommen bis irgendwer aufmerksam auf diesen Gefahrenpunkt wird?“, fragt sich der Familienvater. So würden manche Autofahrer zwar für die Fußgänger anhalten, das sei aber nicht immer der Fall. Außerdem würde sich nicht jeder Autofahrer an die 40 km/h halten. Neben Günter Kleemann beschweren sich auch viele Facebooknutzer immer wieder über die Situation vor dem Tierpark. Denn durch die vielen Autofahrer, die auf den Parkplatz fahren wollen, staut es sich oft rund um die Einfahrt. Das macht die Situation nicht nur stressig, sondern auch für Fußgänger unübersichtlich und gefährlich.

Straßenverkehrsamt hofft auf weniger Autofahrer

„Die Fasanerie ist so eine schöne und einmalige Freizeiteinrichtung, wir müssen aufpassen, dass das nicht von der schwierigen Verkehrssituation überlagert wird.“ - Winnrich Tischel, Leiter Straßenverkehrsamt

Über all diese Probleme ist sich auch das Straßenverkehrsamt bewusst. In Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt und der Fasanerie habe man sich schon viele Gedanken über die Park- und Verkehrssituation vor Ort gemacht, sagt Winnrich Tischel, Leiter des Straßenverkehrsamts. „Wie bei vielen Freizeiteinrichtungen fahren auch zur Fasanerie viel zu viele Leute mit dem Auto“, sagt er. „Wir haben dort aber durch den Natur- und Landschaftsschutz keine Möglichkeit, den Parkplatz zu erweitern.“ Und das wolle man der Umwelt zuliebe auch gar nicht. „Die Fasanerie ist so eine schöne und einmalige Freizeiteinrichtung, vor allem für Familien und Kinder“, so Tischel. „Wir müssen aufpassen, dass das nicht von der schwierigen Verkehrssituation überlagert wird.“

Mehr Busse, ein Blitzer und Parkgebühren

Deshalb habe man sich einige Maßnahmen überlegt, um den Fasaneriebesuch vor allem für Rad- und Busfahrende attraktiver zu gestalten — und diese werden teilweise schon jetzt umgesetzt. So fahren die Busse der Linie 33 seit Mai am Wochenende nicht mehr stündlich, sondern halbstündlich. Einige Busse der Linie 37 wurden außerdem von Solobussen auf Gelenkbusse umgestellt, um für mehr Platz zu sorgen. Zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember sollen alle Busse, die unter der Woche zwischen 7 und 20 Uhr fahren, an der Haltestelle „Tierpark“ halten. Aktuell fahren die meisten Busse nur bis in die etwas weiter entfernte Fasaneriestraße.

Für Radfahrer soll es zukünftig eine bessere Anbindung an das Radverkehrsnetz und mehr Fahrradständer geben. Diese Maßnahmen wolle man dann auch entsprechend über die Sozialen Medien hervorheben.

Damit es sich Autofahrer zumindest zwei Mal überlegen, ob sie mit dem Auto in den Tierpark fahren, will das Straßenverkehrsamt den aktuell noch kostenfreien Parkplatz in Zukunft außerdem bewirtschaften. Die Einnahmen daraus, könne man beispielsweise in eine private Security Firma stecken, die sich um die Einweisung kümmere, so Tischel. „Denn besonders in Hochzeiten würde eine Schranke nur zu mehr Stau führen.“ Wie genau man das lösen wird, wolle man aber noch besprechen und sich dafür mit dem nahe gelegenen Schützen- und Reitverein kurzschließen.

Parkkosten stehen noch nicht fest

„Es ist keine Frage, dass es auch Menschen gibt, für die es besser ist, mit dem Auto zu kommen.“ - Winnrich Tischel

Vergraulen wolle man mit den Parkgebühren aber niemanden, so Tischel. „Es ist keine Frage, dass es auch Menschen gibt, für die es besser ist, mit dem Auto zu kommen.“ Beispielsweise Familien mit Kinderwägen, Senioren, Menschen mit Behinderung, oder diejenigen, die von weit außerhalb kommen. „Deshalb werden wir die Parkkosten natürlich nicht zu hoch ansetzen.“ Wie viel das Parken kosten wird, kann er noch nicht sagen, spätestens zum Beginn der Frühjahrssaison 2020 soll der Parkplatz aber schon kostenpflichtig sein.

Eine Maßnahme werde jedoch schon ganz bald umgesetzt: Eine stationäre Blitzersäule soll vor der Fasanerie für mehr Sicherheit sorgen. „Hier fehlen nur noch einige Testmessungen und Genehmigungen“, so Tischel. Die Säule wolle man noch im Laufe dieses Jahres installieren.

Weitere Maßnahmen werden geprüft

Günter Kleemann, der mit seiner Familie vor allem mit dem Auto kommt, weil er den Park meist mit einer großen Gruppe und vielen Kindern besucht, wünscht sich einen Zebrastreifen. „Sollten nicht die vielen großen und kleinen Menschen bei ihrem Weg in die und aus der Fasanerie Vorrang vor dem Kraftverkehr genießen und sicher die Straße überqueren können?“, fragt er. Das sei ein Punkt, so Winnrich Tischel, den das Straßenverkehrsamt prüfen wolle, wenn die restlichen Maßnahmen Anfang 2020 abgeschlossen sind. (js)

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