Stadt stellt neues Konzept für die Fußgängerzone vor

Unter anderem Shopping-Abende und belebtere Plätze geplant

Stadt stellt neues Konzept für die Fußgängerzone vor

Mehrere neue Maßnahmen sollen das Einkaufen in der Fußgängerzone wieder attraktiver machen. Das teilte die Stadt am Dienstagnachmittag mit. Mit einem Maßnahmenkatalog soll den grundlegenden Herausforderungen des Einzelhandels sowie den Auswirkungen der Corona-Pandemie entgegengewirkt werden.

Der Maßnahmenkatalog ist Teil eines Positionspapiers des Wirtschaftsreferats, das verschiedene Forderungen und Maßnahmen vorstellt, mit denen wieder mehr Menschen in die Fußgängerzone gezogen werden sollen. „Eine vitale und attraktive City gibt es nur mit hoher Publikumsfrequenz und hoher Kaufkraft aus der Stadt und dem Umland“, so Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Oliver Franz (CDU). „Daher müssen wir alles tun, um die Kaufkraft zu binden und unsere Innenstadt entsprechend attraktiv zu halten.“

Wichtig sei dabei ein ausgewogener Branchenmix, attraktive Gastronomieangebote und eine familienfreundliche Aufenthaltsqualität. Auch eine gute Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln und die Möglichkeit, zu verträglichen Preisen zu parken macht eine Innenstadt laut Franz attraktiver. Dazu kommen Sauberkeit, Sicherheit und verschiedene Aktionen.

Diese Punkte werden direkt umgesetzt

Die Stadt will einige konkrete Vorschläge direkt umsetzen. So sollen Veranstaltungen wie lange Shopping-Abende Kunden in die Innenstadt locken — als Ersatz für den eventuell ausfallenden verkaufsoffenen Sonntag und das Stadtfest. Auch die Plätze entlang der Fußgängerzone sollen weiter belebt werden — und künftig möglichst unbürokratisch von Gastronomen und Schaustellern genutzt werden können.

Ebenfalls wird der Umgang mit Leerständen im Maßnahmenkatalog thematisiert. Handelsexperten erarbeiten der Stadt zufolge eine Bestandsaufnahme und Empfehlungen zum Umgang mit den Leerständen, außerdem sollen Immobilieneigentümer mehr dafür sensibilisiert werden. Auch für Pop-Up-Stores in leerstehenden Geschäften spricht die Stadt sich aus.

Stadt arbeitet an Masterplan

Auf lange Sicht feilt die Stadt Wiesbaden an einem Masterplan für die Fußgängerzone. „Wegen der aktuellen Entwicklungen aufgrund der Corona-Pandemie musste das neue Einzelhandelskonzept 2020 schon vor der Veröffentlichung aktualisiert werden“, erklärt Birgit Knetsch, Leiterin des Wirtschaftsreferats. „Die Ergebnisse dieser großen Bestandsaufnahme durch Handelsexperten werden in die Erarbeitung eines Masterplans – unter Beteiligung der maßgeblichen Akteure – einfließen.“

In den Plan setzt auch Wirtschaftsdezernent Franz große Hoffnung. Dieser solle ein „Konzept mit hoher Umsetzungsorientierung“ werden, „dass die Innenstadt attraktiver, zukunftsfähig und konkurrenzfähig macht.“ Die Stadt brauche einen verpflichtenden Maßnahmenkatalog für die Nach-Corona-Zeit.

Hintergrund

Deutschlandweit hat der Einzelhandel in den Innenstädten Probleme - auch in Wiesbaden ist das nicht anders. Zu den Auswirkungen des Online-Handels, der Digitalisierung, des demographischen Wandels und eines veränderten Kundenverhaltens kommen laut Stadt die wochenlange Schließung wegen der Corona-Pandemie und ein dadurch noch immer eingeschränktes Kaufverhalten. Vor allem Angestellte, die noch immer von zuhause aus arbeiten, Tagestouristen und Kongressbesucher fehlen demnach in der Fußgängerzone. (mo)

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