Wie die Stadt Unternehmen während und nach der Corona-Krise unterstützen will

Verantwortliche stehen in Austausch

Wie die Stadt Unternehmen während und nach der Corona-Krise unterstützen will

Wirtschaftsvertreter der Stadt haben sich mit Verbänden, Kammern und der Nassauischen Sparkasse (Naspa) getroffen, um darüber zu sprechen, wie Wiesbaden Unternehmen während und nach der Corona-Krise unterstützen kann. Dabei äußerten verschiedene Geschäftsführer und Vorstände positive und negative Erfahrungen aus den letzten Wochen.

So berichteten Verantwortliche der Handwerkskammer, der Naspa, der Industrie- und Handelskammer und des Fachverband Elektro- und Informationstechnik Hessen/Rheinland-Pfalz davon, wie es ihnen seit den Corona-Beschränkungen erging. Auch die Verbände HessenChemie und der Landesverband Hessen des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes hatten sich im Vorfeld dazu geäußert.

Informations-Overkill und viele Fragen

Insgesamt sei vor allem bei den Themen Liquiditätssicherung, Kurzarbeit sowie arbeitsrechtliche und organisatorische Aspekte Beratung in den Hotlines der Unternehmen nötig gewesen. Eine negative Erfahrung, die alle Teilnehmer machten, war eine große Verunsicherung aufgrund zu vieler, unsortierter und teils widersprüchlicher Informationen bei ihren Klienten. Außerdem war man sich einig, dass die Politik bald signalisieren müsse, wann und wie Gesellschaft und Wirtschaft wieder zur Normalität zurückkehren können. Eine positive Erfahrung war die Digitalisierung in den Unternehmen. Video-Konferenzen, Webinare, Social-Media-Kanäle als Informationsverbreitung zu nutzen und Home-Office wollen die Unternehmen zukünftig beibehalten.

Seite der Wirtschaftsförderung geplant

Aus diesen Erfahrungen resultierte dann eine konkrete Maßnahme. Zukünftig wird es auf der Webseite der Stadt eine eigene Seite der Wirtschaftsförderung geben, die alle Informationen bündeln und durch die Themen Förderung, Kurzarbeit und Ansprechpartner lotsen soll. Die Seite wird kurzfristig von der Wirtschaftsförderung in Kooperation mit der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH umgesetzt.

Auch den Wunsch nach Informationen dazu, wann wieder Normalität einkehre, wolle die Stadt den Unternehmen erfüllen. „Sobald von Seiten der Landes- und Bundesregierung Klarheit herrscht, wie es weitergehen soll, werden wir wieder zusammenkommen, um gemeinsam weitere, an die neue Situation angepasste Maßnahmen zu überlegen“, sagte Bürgermeister Oliver Franz (CDU).

Oberbürgermeister und Bürgermeister empfehlen weiteres Vorgehen

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) und Bürgermeister Oliver Franz verließen das Gespräch mit den verschiedenen Vertretern mit mehreren Empfehlungen. So empfehlen sie der städtischen Wirtschaftsförderung, die Stundung kommunaler Abgaben auszuweiten, kommunale Bauaufträge in geplanter Höhe weiterzuführen und städtische Investitionen nach Corona zu verstärken. Außerdem soll ein vereinfachtes Vergabeverfahren für Aufträge bis 100.000 Euro geprüft, Bürokratie abgebaut und eine Webseite mit Informationen über Coronahilfen und -Verordnungen geschaffen werden.

Stadt hat bereits einige Maßnahmen umgesetzt

Einige andere Maßnahmen um Unternehmen zu unterstützen habe die Stadt bereits umgesetzt. So gebe es bereits die Aktionen „buy local“ und „eat local“, um auf lokale Unternehmen aufmerksam zu machen. Durch eine Kooperation mit der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH ist außerdem der Kauf von Gutscheinen für Gastrobetriebe und Einzelhandel über den städtischen Internetauftritt möglich. Barbara Hoffmann, Ansprechpartnerin für Industrieunternehmen, stehe zudem in direktem Kontakt mit dem Krisenstab des Landes. Sie kläre unter anderem Fragen nach systemkritischen beziehungsweise systemrelevanten Infrastrukturen. Darüber hinaus gibt es bereits eine Hotline rund um Corona-Fragen für alle Wiesbadener und der Verwaltungsstab Corona tage täglich. Außerdem wurde ein Quarantänemanagement aufgebaut. (nl)

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