Was sich wegen des Coronavirus' im Umgang mit Müll in der Stadt ändert

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus' ändert sich auch etwas an der Arbeit der Entsorgungsbetriebe der Stadt. Die Wiesbadener müssen ihren Sperr- und Sondermüll deshalb vorerst behalten.

Was sich wegen des Coronavirus' im Umgang mit Müll in der Stadt ändert

UPDATE, 22. März, 11:50 Uhr:

Seit Mittwoch steht ein Teil des Lebens in Wiesbaden still. Die Einschränkungen, die die Bundesregierung beschlossen hatte, um die Ausbreitung des Coronavirus’ einzudämmen, sind in Kraft getreten. Viele Geschäfte bleiben deshalb ab sofort zu; Kinos, Sportstätten und Spielplätze dürfen nicht mehr genutzt werden und die Bundesregierung rät dazu, soziale Kontakte größtenteils zu vermeiden (wir berichteten).

Was hingegen nicht still steht, ist die Müllproduktion in Wiesbadener Haushalten. Gerade Menschen, die im Homeoffice arbeiten, oder unter häuslicher Quarantäne stehen, produzieren zuhause wahrscheinlich noch mehr Abfälle, als zuvor. Um die Müllentsorgung auch in solchen Zeiten gewährleisten zu können und ihre Mitarbeiter zu schützen, haben die Entsorgungsbetriebe der Stadt (ELW) Maßnahmen ergriffen.

Wertstoffhöfe geschlossen, keine neuen Sperrmülltermine

Ab Mittwoch, den 18. März, bleiben alle Wertstoffhöfe und die Sonderabfallkleinannahmen geschlossen. Die Kleinannahmestelle wird von Montag bis Freitag in einen Notbetrieb gehen. Ab Donnerstag werden die ELW außerdem keine neuen Sperrmülltermine mehr vergeben; bereits vereinbarte werden aber noch in den nächsten zwei Wochen abgearbeitet.

Vorsichts- und Vorsorgemaßnahmen

„Die Aufrechterhaltung der Entsorgung von Rest- und Biomüll hat oberste Priorität.“ - Frank Fischer, ELW-Sprecher

„Durch die Schließung der Wertstoffhöfe und der Annahmestellen wollen wir Sozialkontakte abbauen“, so ELW-Sprecher Frank Fischer. Die Ansteckungsgefahr unter den Mitarbeitern aber auch zwischen ihnen und den Kunden verringere sich dadurch. Dass ab sofort keine neuen Sperrmülltermine mehr vergeben werden, sei vor allem eine Vorsorgemaßnahme. Falls sich die Situation verschärfen sollte, wolle man gewährleisten, dass ausreichend Fahrer zur Verfügung stehen, um dringendere Abfälle zu entsorgen. „Die Aufrechterhaltung der Entsorgung von Rest- und Biomüll hat oberste Priorität“, so Fischer. An ihr ändere sich auch weiterhin nichts.

ELW warnt vor Wildablagerungen

Auch wenn die Wiesbadener ihren Sperr- und anderen Sondermüll zunächst einmal nicht bei den ELW loswerden, sollten sie ihn deshalb nicht einfach so an der Straße abstellen. Das Unternehmen weist daraufhin, dass wilde Müllablagerungen nach wie vor verboten sind — und das kann Bußgelder von bis zu 2500 Euro mit sich ziehen und sogar bis zur Anzeige führen. Wildablagerungen werden die Mitarbeiter der ELW auch trotz Schließung der Annahmestellen überprüfen, ahnden und entsorgen.

Müll stellt keine besondere Gefahr dar

„Unsere Mitarbeiter halten sich schon immer an hygienische Maßnahmen.“ - Frank Fischer

Von dem Rest- und Biomüll, den die Mitarbeiter auch während der Ausbreitung des Coronavirus entsorgen müssen, gehe keine besondere Gefahr aus, so Fischer. „Unsere Mitarbeiter halten sich schon immer an hygienische Maßnahmen - es gibt ja neben dem Coronavirus auch noch andere Infektionskrankheiten, oder Dinge, mit denen man sich nicht anstecken will.“ Die Mitarbeiter der Müllabfuhr würden beispielsweise immer Handschuhe und Arbeitskleidung tragen und kämen nicht direkt in Kontakt mit dem Müll. Der Müll selbst werde dann ohnehin verbrannt, wodurch keine Viren mehr übrig bleiben würden. (js)

Weitere aktuelle Informationen rund um das Coronavirus findet Ihr in unserem Ticker:

Ihr wollt tägliche Zusammenfassungen der wichtigsten Themen aus Wiesbaden?

Hier könnt Ihr Euch für unseren Newsletter anmelden
Logo