Viele Leerstände in der Wiesbadener Innenstadt

Insgesamt 54 Läden stehen aktuell allein im Historischen Fünfeck leer. City-Manager Axel Klug erzählt, wie es Händlern und Gastronomen geht und welche Maßnahmen die Stadt ergreift, um dem gegen zu wirken.

Viele Leerstände in der Wiesbadener Innenstadt

Wer durch die Wiesbadener Innenstadt läuft, kann die Augen vor einer Sache nicht verschließen: viele Läden stehen aktuell leer. Ob Gastronomien wie das „Perfect Day“ in der Kirchgasse und „Waffelix“ in der Langgasse oder Einzelhändler wie „Hallhuber“ - sie alle haben ihre Läden dauerhaft geschlossen. City-Manager Axel Klug steht in ständigem Austausch mit den Händlern in der Innenstadt und steht ihnen auch für Fragen in der Krise bereit. Er erzählt, wie es ihnen geht, ob ein Laden- oder Gastronomiesterben auf Wiesbaden zukommt und wie die Stadt helfen will.

54 Leerstände im Historischen Fünfeck

Klug und die Mitarbeiter des Referats für Wirtschaft und Beschäftigung beobachten den Leerstand in der Stadt schon länger. „Im Vergleich mit anderen Städten sind wir in Wiesbaden bisher mit einem ‘blauen Auge’ davon gekommen“, sagt er. Und dennoch: Habe es vor der Krise etwas mehr als 60 Leerstände in der Innenstadt gegeben, kam es im Herbst 2020 mit 100 leeren Läden zu einem Höchststand. Im Frühjahr sei die Zahl dann auf 49 gesunken. „Seit dem Wiederinkrafttreten des Insolvenzrechtes haben wir einen leichten Anstieg auf derzeit 54 leere Ladenlokale innerhalb des Historischen Fünfecks“, sagt Klug.

„In Gesprächen mit Eigentümern und Verwaltern habe ich erfahren, dass für manch einen Leerstand schon neue Mietverträge abgeschlossen wurden.“ - Axel Klug, City-Manager

Die Krise beutelt die Händler und Gastronomen. „Einige sind aufgrund des lang anhaltenden Lockdowns sowohl finanziell als auch emotional angeschlagen“, sagt Klug. „Vor allem der Einzelhandel steht überall in Deutschland unter starkem Druck und daher werden auch in Wiesbaden Geschäfte, aber sicher auch Restaurants, mit dünner oder aufgezehrter Kapitaldecke aufgeben müssen.“ Es werde zwar wahrscheinlich kein „regelrechtes Laden- oder Gastronomiesterben“ auf die Stadt zukommen, im Laufe des Jahres werden aber voraussichtlich weitere Leerstände hinzukommen. Eine positive Entwicklung sieht Klug aktuell aber trotzdem: „Die erfolgten oder vorbereiteten Neueröffnungen überwiegen derzeit erfreulicherweise“, sagt er. „In Gesprächen mit Eigentümern und Verwaltern habe ich erfahren, dass für manch einen Leerstand schon neue Mietverträge abgeschlossen wurden.“

Stadt startet weitere Unterstützungskampagne

Die Stadt wolle dem Handel und den Gastronomen in der Krise helfen, so Klug. Schon seit 2020 kooperiert die Stadt mit dem Online-Marktplatz „Heimatschatz“. Vor Kurzem hat sie eine weitere Unterstützungskampagne gestartet. Unter dem Namen „Gemeinsam digital durchstarten“ bekommen 70 weitere Einzelhändler die Möglichkeit, 18 Monate lang kostenfrei einen Online-Shop über heimatschatz.de zu betreiben. „Für die Gastronomen der Stadt ist ein kostenloser Eintrag im ‘heimatschatz’ ebenfalls ein weiterer Kanal, um mit den Gästen – auch nach der Corona-Krise – in Kontakt zu treten.“

Im Rahmen des „Restart City“-Programms soll außerdem eine Sympathiekampagne für die Innenstadt organisiert werden. „Das so geweckte Interesse an einem Einkauf in der City muss natürlich dann auch durch entsprechend kreative, innovative und kundenorientierte Angebote oder Aktionen durch Ladeninhaber und Gastronomen genutzt werden“, sagt Klug. Auch langfristig soll die Stadt attraktiver werden. Dafür wurde ein „Masterplan Innenstadt“ entwickelt, dessen Maßnahmen nach dem abschließenden Beschluss der Stadtverordneten umgesetzt werden sollen. „Dazu zählen unter anderem bestimmte Gestaltungsmaßnahmen und auch ein verdichtetes Leerstandsmanagement.“

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