So geht die Polizei gegen Elterntaxis in Wiesbaden vor

Elterntaxis sorgen immer wieder für Probleme vor Schulen und Kitas. Was hilft, damit weniger Eltern ihre Kinder direkt bis vor die Haustür fahren?

So geht die Polizei gegen Elterntaxis in Wiesbaden vor

Es ist immer dasselbe Bild: Die Schulglocke klingelt und direkt vor dem Schultor warten schon die ersten Eltern in ihren Autos darauf, ihre Kinder einzusammeln. Vor vielen Schulen in Wiesbaden stehen solche Elterntaxis täglich vor der ersten und nach der letzten Stunde. Gründe sind oft entweder die Angst davor, die Kinder alleine zur Einrichtung laufen oder fahren zu lassen oder dass es bequem ist und manchmal Zeit sparen kann. Allerdings sorgen die Elterntaxis auch oft für Verkehrschaos vor Schulen und Kitas, weil sie die Straßen versperren.

Immer wieder gibt es deshalb Aufklärungsaktionen verschiedener Initiativen in der Stadt. Auch Eltern selbst setzen sich ein, wie beispielsweise an der Blücherschule im Westend. Eltern der Grundschüler machten andere Eltern, die ihr Kind im Auto bis vor das Schultor brachten, auf das Problem aufmerksam. Sie wollten zeigen, dass die Kinder zumindest die letzten Meter auch selbst zur Schule laufen können, zum Beispiel in kleinen Gruppen, und dass die Elterntaxis auch gefährlich werden können. Denn oft sah man Kinder, die die Straße überquerten wollten, zwischen den vielen Autos gar nicht mehr. Und das führte zu gefährlichen Situationen.

Polizei kontrolliert vor Ort

Manche Eltern bringen solche Aktionen zur Vernunft, bei anderen greift die Polizei ein. Regelmäßig kontrolliert sie nicht nur die Geschwindigkeiten vor Schulen und Kitas sondern auch Probleme wie Elterntaxis. „Dieses Jahr wurden bei 48 solcher Kontrollmaßnahmen insgesamt 156 Fahrzeuge kontrolliert, wobei 37 sogenannte ‘Elterntaxis’ festgestellt wurden“, sagt Lucas Lorenz, Polizeioberkommissar und Pressesprecher des Polizeipräsidiums Westhessen. Dabei stellte die Polizei 28 Verstöße fest, unter anderem wurde falsch geparkt, im Halteverbot gehalten oder Kinder waren nicht angeschnallt. Das kostet die Eltern jeweils um die 30 Euro.

Ähnlich wie die Elterninitiative an der Blücherschule will aber auch die Polizei aufklären und lege den Fokus auf Prävention, indem sie Eltern und Kinder in Bezug auf die Verkehrssicherheit sensibilisiere. Anfangen würde man schon bei den ganz Kleinen: „Der jeweilige Schutzmann vor Ort und die Jugendverkehrsschule führen ganzjährig Verkehrsprävention durch, unter anderem auch in den Kindergärten“, sagt Lorenz. „Hier wird das Thema ‘sicherer Schulweg’ in Vorbereitung auf die bevorstehende Einschulung mit den künftigen Schülern bearbeitet.“

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