Was es mit den Knallgeräuschen in der Adolfsallee auf sich hat

Stare, die sich zum Schlafen in den Baumkronen in der Adolfsallee niederlassen, sorgen immer wieder für Ärger. Mit ihrem Kot verschmutzen sie die Anlage, den Spielplatz und die dort geparkten Autos. Jetzt will die Stadt durchgreifen.

Was es mit den Knallgeräuschen in der Adolfsallee auf sich hat

Es ist ein vor allem für Autofahrer und Spielplatzbesucher grausames Bild, das sich jedes Jahr vor allem im Sommer in der Adolfsallee bietet: Unter den Bäumen im Bereich der Grünanlage sieht man fast nichts mehr — außer Vogelkot. Autos sind unter den dicken weißen Flecken begraben, Bänke und Spielgeräte auf dem Spielplatz vor lauter Kot nicht mehr nutzbar. Jedes Jahr aufs Neue führt das nicht nur zu Ärger bei Anwohnern und Besuchern der Anlage, sondern auch zu hohen Reinigungskosten.

5.500 Euro monatlich

Denn die Stadt muss den Bereich mehrmals wöchentlich reinigen lassen, wodurch allein seit Juni 2020 monatliche Kosten in Höhe von circa 5.500 Euro angefallen sind. In Zukunft soll damit aber Schluss sein. Die Stadt will gegen die für den Kot verantwortlichen Stare, die sich jedes Jahr in der Adolfsallee ihren Schlafplatz suchen und ihrer Verdauung freien Lauf lassen, vorgehen.

Das Grünflächenamt hat dazu in Absprache mit dem Umweltamt und einem Vogelschutzbeauftragten Maßnahmen in die Wege geleitet, die die Stare aus dem Bereich heraushalten sollen. Ziel dabei ist es, den Schwarm aus den sensiblen Bereichen des Kinderspielplatzes in andere Bereiche zu vergrämen, damit der Platz vollständig und dauerhaft auch in den Sommermonaten benutzt werden kann.

Erste Maßnahmen halfen nicht

Bereits im Verlauf der letzten Wochen hat die Stadt verschiedene Maßnahmen durchgeführt. Im August wurde ein „schonender Pflegeschnitt“ an zwölf der als Schlafplatz genutzten Bäume über den Spielgeräten durchgeführt, so die Stadt. Außerdem habe man eine akustische Vergrämungsanlage in Form eines Vogelstimmenrecorders und sogenannte Scary-Eye-Balloons über den Baumkronen angebracht. Dabei handelt es sich um Ballons, die mithilfe von aufgedruckten Augen Raubvogelaugen imitieren und so kleinere Vogelarten verscheuchen sollen. Leser Oli hat die Ballons gesichtet:

Bisher hat das allerdings nicht die gewünschten Erfolge gebracht. Beide Maßnahmen wurden am 5. Oktober getestet, hätten aber nur zu einer „geringfügigen Irritation“ bei den Staren geführt. Ihre Schlafplätze hätten sie mit einer kurzen Verzögerung trotz der Ballons und des Recorders wieder aufgesucht. Damit sie sich nicht an die beiden Maßnahmen gewöhnen, entfernte die Stadt beide vorerst wieder und will jetzt auf Anraten des Vogelschutzbeauftragten etwas Neues ausprobieren.

Knallkörper sollen helfen

Neben der akustischen Anlage und den Ballons sollen jetzt auch Knallkörper eingesetzt werden. Ab dem 15. Oktober wird ein gewerblicher Feuerwerker an drei Tagen etwa 30 bis 40 Knallkörper in mehreren Schüben kontrolliert zünden. Der Einsatz dauert immer jeweils etwa 15 Minuten und wird dann durchgeführt, wenn die Stare in die Adolfsallee einfliegen.

Die Stadt betont, dass die Maßnahmen unter „fachlicher Betreuung der unteren Naturschutzbehörde und eines Vertreters der staatlichen Vogelschutzwarte“ erfolgt. „Sollte der gewünschte Erfolg ausbleiben, werden weitere Möglichkeiten geprüft.“ (js)

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