Unfälle am Landeshaus: Verkehrspolizei will Autofahrer kontrollieren

Immer wieder kollidieren Auto- und Radfahrer an der Kreuzung am Landeshaus. Die Stadt hat jetzt einiges verändert, um die Umweltspur sicherer zu machen und plant noch weitere Maßnahmen.

Unfälle am Landeshaus: Verkehrspolizei will Autofahrer kontrollieren

Ein Autofahrer fährt den Kaiser-Friedrich-Ring in Richtung Hauptbahnhof entlang und will am Landeshaus nach rechts in Richtung Biebricher Allee abbiegen. In diesem Moment befährt ein Radfahrer die neue Umweltspur rechts neben ihm. Es kracht. Auto und Radfahrer kollidieren, der Radfahrer stürzt und wird verletzt.

Solche Vorfälle gab es an dieser Stelle allein in den letzten zwei Monaten vier Mal - mit immer demselben Ablauf. An einem Tag sogar zwei Mal innerhalb weniger Minuten (wir berichteten). Auch kam es schon zu einem Unfall, weil jemand illegal mit seinem Auto auf der Umweltspur gefahren ist.

Brisante Kreuzung

„Die Kreuzung Landeshaus ist besonders brisant und zeigt deutlich die Aggressivität im Straßenverkehr auf.“ - Günni Langer, ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Wiesbaden beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Eigentlich seien die neuen Umweltspuren ein großer Gewinn für die Radfahrer und insgesamt klappe das Zusammenleben mit dem Individualverkehr auch, so Sprecher Günni Langer. Aber ein paar Stellen hätten sich bereits als gefährlich herausgestellt. „Die Kreuzung Landeshaus ist besonders brisant und zeigt deutlich die Aggressivität im Straßenverkehr auf“, so Langer.

Nach der Einrichtung der Umweltspur sei diese oft als Rechtsabbiegerstreifen missbraucht worden. Außerdem würden Autofahrer, die nicht sofort in Richtung Biebricher Allee losfahren, häufig angehupt, was den Druck auf sie erhöhe, schnell abzubiegen. „Dieser Umstand gepaart mit der nicht erwarteten Geschwindigkeit des Radverkehrs führen zu einem zu frühen Abbiegen der PKW und den daraus resultierenden Unfällen.“ Eine ähnliche Stelle mit weniger Unfällen sei die Kreuzung Rheinstraße / 1.Ring in Richtung Sedanplatz.

Stadt hat bereits reagiert

Auch der Stadt ist die Situation am Landeshaus bekannt. Zur Entschärfung hat sie vor Kurzem einige Änderungen vorgenommen. So wurden bereits vor einiger Zeit Trennelemente zwischen Umweltspur und den Spuren für den Individualverkehr angebracht. Am Donnerstag wurde ein Gelbwarnblinker an der Ampelanlage installiert, der Rechtsabbieger auf den Verkehr, der auf der Umweltspur geradeaus fährt, aufmerksam macht. Auf der Verkehrsinsel steht jetzt das Verkehrszeichen 138 — Achtung, Radverkehr kreuzt — und eine Blitzlampe wurde aufgestellt. Am Mittwoch nahm die Stadt außerdem den neuen Blitzer für Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen am Kaiser-Friedrich-Ring in Betrieb.

Weitere Maßnahmen geplant

„Voraussichtlich Anfang Oktober wird der Abzweig zudem baulich so umgestaltet, dass das Abbiegen künftig rechtwinkliger und damit verlangsamt erfolgt.“ - Stadtsprecher

In Zukunft seien noch weitere Maßnahmen geplant. So will die Verkehrspolizei den Verkehr in den kommenden Tagen beobachten, um sich ein genaueres Bild von möglichen Unfallursachen zu machen. Außerdem wird sie Kontrollen durchführen, so ein Sprecher der Stadt. „Voraussichtlich Anfang Oktober wird der Abzweig zudem baulich so umgestaltet, dass das Abbiegen künftig rechtwinkliger und damit verlangsamt erfolgt.“

(mo)

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