Keine Sitzbank - kein Lärm? Wie es im Rheingauviertel ruhiger werden soll

Über den Sommer kam es immer wieder zu Beschwerden über die laute Trinkerszene im Rheingauviertel. Zur Behebung der Probleme hat der Ortsbeirat mehrere Maßnahmen beschlossen.

Keine Sitzbank - kein Lärm? Wie es im Rheingauviertel ruhiger werden soll

Öffentliche Parkbänke erfüllen in Großstädten wichtige Zwecke. Als Verschnaufpause im hektischen Alltag oder als Treffpunkt der Nachbarschaft sind sie gerne gesehen. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn eine solche Bank verschwindet. So beobachtet von Merkurist Leser Lenard. Er hatte sich in einem Snip gefragt, weshalb die Sitzbank an der Straßenecke Eltviller Straße und Marcobrunner Straße im Rheingauviertel entfernt wurde.

Treffpunkt der Alkoholikerszene

Dass die Bank entfernt wurde, hat einen ernsten Hintergrund. Denn die Straßenecke gilt seit Langem als Anlaufpunkt für die Alkoholikerszene. Bis tief in die Nacht wurde gerade während der warmen Sommermonate dort lautstark gefeiert - zum Leid der Anwohner. Neben dem Lärm würden die Personen an der Straßenecke auch viel Müll hinterlassen und zum Teil in Hauseingänge urinieren. „Auf persönliche Ansprachen bekommt man häufig nur Beleidigungen und Drohungen“, so ein Anwohner.

Die angestaute Wut entlud sich dann in einer Sitzung des Ortsbeirats Rheingauviertel/Hollerborn Ende August. In der Bürgerfragestunde hatten die Anwohner ihren Unmut über die Situation geäußert. Viele fühlten sich mit der Lage an der Kreuzung alleine gelassen, auch weil Behörden nicht wirklich auf die Ruhestörungen reagiert hatten. Der Ortsbeirat beschloss daraufhin mehrere Maßnahmen, um wieder Ruhe an der Ecke einkehren zu lassen.

Als erstes wurde die angesprochene Sitzbank vor dem Sonnenstudio abgebaut. „Damit hoffen, wir, dass die Situation vor Ort etwas entschärft wird“, erklärt Gabriele Kammerer, Ortsvorsteherin des Stadtteils. Die stark in die Jahre gekommene Bank soll jetzt restauriert werden und in etwa zwei Monaten wieder an ihren alten Platz zurückkehren. Damit sich die Probleme nicht wiederholen, gibt es noch weitere Maßnahmen: Gemeinsam mit der Teestube habe man als zweite Maßnahme dafür gesorgt, dass Streetworker sich gezielt um die Menschen an dem Platz kümmern, so Kammerer. „Die Alkoholiker sollen nicht verdrängt werden“, sagt die Ortsvorsteherin, „aber man muss ihnen klar machen, dass dort viele Menschen wohnen.“

Als dritter Punkt wurde die Wiesbadener Stadtpolizei gebeten, die Kreuzung intensiver auf Ordnungswidrigkeiten zu bestreifen. Diese sei auch tatsächlich in den vergangenen Wochen häufiger an der Ecke zu sehen, berichtet eine Anwohnerin. Auch sonst sind sich sowohl Ortsvorsteherin als auch Anwohner einig, dass sich die Situation seit Einführung der Maßnahmen gebessert habe. Das kältere Wetter hatte dabei auch zusätzlich geholfen. Langfristig wünschen sich sowohl Politik als auch Bürger eine Neugestaltung des Platzes, der in erster Linie den Anwohnern zugutekommen könne. (ms)

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