Fußgängerzone in der Wellritzstraße jetzt mit Pollern abgesperrt

Mit Pollern will die Stadt Autofahrer daran hindern, unerlaubt durch die Fußgängerzone in der Wellritzstraße zu fahren. Alle Probleme im Viertel wird das aber wohl nicht lösen.

Fußgängerzone in der Wellritzstraße jetzt mit Pollern abgesperrt

Schranke wegschieben und rein in die Fußgängerzone der Wellritzstraße – bisher war das im Abschnitt zwischen Hellmund- und Helenenstraße möglich. Seit dem heutigen Montag kann man das zwar immer noch tun, man kommt aber nicht mehr weit. Denn an der Ecke Helenenstraße stehen jetzt feste Poller. Sie sollen vor allem Autoposer davon abhalten, illegal durch die Fußgängerzone zu fahren. Auch an der Walramstraße werden Autofahrer jetzt durch Poller aufgehalten. Lediglich morgens, wenn die Läden beliefert werden, öffnet die Verkehrspolizei die beiden Bereiche. Anwohner können wie gewohnt jederzeit über die Hellmundstraße einfahren und die Schranke öffnen.

Die Poller wurden am Montagmittag bei einer Presseveranstaltung eingeweiht. Lange war nach einer Lösung gesucht worden, um den illegalen Autoverkehr zu stoppen und den Bereich attraktiver und sicherer zu machen – vor allem auch für die vielen Kinder, die im Kinderzentrum Wellritzhof betreut werden. Für die Initiatoren sind die Poller ein Meilenstein: „Ich freue mich sehr über diesen Tag“, sagte Michaela Höllriegel aus dem städtischen „Büro für Stadt.Raum.Entwicklung“, die das Projekt Fußgängerzone seit Beginn betreut und Ansprechpartnerin für Anwohner ist. Auch Vertreter des Straßenverkehrsamts, des Verkehrsdezernats, der SEG und Anwohner waren vor Ort.

„Es ist klar, dass nicht immer alle einverstanden sind. Aber es geht darum, dass für die Mehrheit die Pro-Argumente überwiegen.“ - Michaela Höllriegel, Ansprechpartnerin für das Projekt

Während sich die meisten von ihnen, genau wie Michaela Höllriegel, über die Poller freuten, gab es auch eine andere Stimme. Kurz nach Beginn der Presseveranstaltung verschaffte sich ein Handyladenbetreiber Gehör. Aufgeregt erklärte er, dass er gegen die Fußgängerzone sei, weil er dadurch viele Kunden verloren hätte. Auch viele andere Ladenbetreiber hätten sich dagegen ausgesprochen, sagte er. Tatsächlich gab es zwei Unterschriftenaktionen – eine gegen die Fußgängerzone und eine dafür. Am Ende hätten sich aber mehr Menschen dafür ausgesprochen, sagt Michaela Höllriegel. Absprechen möchte sie den Menschen ihre Probleme nicht und es sei auch wichtig, dass sie gehört würden. „Es ist klar, dass nicht immer alle einverstanden sind. Aber es geht darum, dass für die Mehrheit die Pro-Argumente überwiegen.“

Anwohner und Geschäftstreibende sehen weitere Probleme

Durch die Poller soll die Wellritzstraße auch einen Imagewechsel bekommen – hin zur lebendigen und sicheren Fußgängerzone. Eines wurde bei der Einweihung aber auch klar: Die Poller allein lösen nicht alle Probleme im Viertel. So wünscht sich Westend-Ortsvorsteher Volker Wild (Grüne) einen besseren Branchenmix in der Wellritzstraße. Als Beispiel nannte er eine Eisdiele, um auch Menschen aus der Innenstadt in die Straße zu ziehen.

„Wir verkaufen Döner, die verkaufen Drogen.“ - Ismail Duran, Harput Restaurant

Mehrere Anwohner und Ismail Duran, Betreiber des Harput Restaurants, sehen jetzt vor allem Probleme in der Helenenstraße. Zum einen wegen des vielen Verkehrs und der falsch abgestellten Fahrzeuge, die sich dort nun ihren Weg in die Wellritzstraße suchen. Zum anderen gebe es ein Drogenproblem. „Wir verkaufen Döner, die verkaufen Drogen“, sagte Ismail Duran. „Natürlich kommen dann keine Familien in die Wellritzstraße. Deshalb bitte, bitte etwas dagegen tun.“

Auch diese Probleme hört sich Michaela Höllriegel als Ansprechpartnerin für Anwohner und Ladenbetreiber an. „Jede Verkehrsänderung zeigt neue Probleme auf und die müssen wir uns ansehen“, sagte sie. Man müsse Schritt für Schritt vorgehen. Jetzt ginge es zunächst einmal darum, dass sich alle an die neuen Poller gewöhnen und die Wellritzstraße dadurch ein Stück mehr zur richtigen Fußgängerzone wird.

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