Bürgermeister verbietet „Judensterne“ auf Corona-Demos von Impfgegnern

Bürgermeister sieht Verhöhnung von Holocaust-Opfern

Bürgermeister verbietet „Judensterne“ auf Corona-Demos von Impfgegnern

Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat das Zeigen von „Judensternen“ auf öffentlichen Demonstrationen verboten. Die Stadt reagiert damit auf Vorfälle bei Anti-Corona-Demonstrationen, bei denen Teilnehmer den Stern mit der Inschrift „Ungeimpft“ auf ihrer Kleidung getragen haben.

Die Teilnehmer wollen damit mutmaßlich eine Stigmatisierung beziehungsweise Ausgrenzung der Ungeimpften beziehungsweise der Impfgegner anprangern. „Mit diesem in jeder Beziehung inakzeptablen Vergleich relativieren die Demonstrations-Teilnehmer das nationalsozialistische Menschheitsverbrechen an den Juden in absolut unerträglicher Weise“, sagt Bürgermeister und Ordnungsdezernent Oliver Franz.

Eine Relativierung der Judenverfolgung im Dritten Reich werde man in Wiesbaden nicht hinnehmen, so der Bürgermeister weiter: „Impfgegner, die sich als Opfer mit den vom nationalsozialistischen Terrorregime zunächst gedemütigten, dann entrechteten und zum Schluss zu Millionen ermordeten Juden vergleichen, haben jeden Bezug zur Realität verloren.“ Der Vergleich zwischen Impfpflicht und Holocaust sei sowohl abwegig als auch eine Verhöhnung der Opfer.

„Ob sich die Verwender des – eventuell leicht abgewandelten – ,Judensterns‘ strafbar machen, haben die zuständigen Strafverfolgungsbehörden zu beurteilen“, so Franz. Die Stadt wolle das Verbot auf zukünftigen Veranstaltungen konsequent durchsetzen. (ms)

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