Neubau in Wiesbaden: Schule für mehr als 30 Millionen Euro erweitert

Der Neubau war nötig geworden, weil die Schule zum Vollgymnasium wurde. Die Bauarbeiten waren eine Herausforderung.

Neubau in Wiesbaden: Schule für mehr als 30 Millionen Euro erweitert

Der Erweiterungsbau der Martin-Niemöller-Schule in Wiesbaden ist am Freitag eingeweiht worden. Das teilt die Landeshauptstadt Wiesbaden mit. Stadträtin Patricia Becher und Baudezernent Andreas Kowol nahmen den Neubau gemeinsam mit der Schulgemeinschaft in Empfang.

Der dreigeschossige, C-förmige Neubau an der Bierstadter Straße 47 war notwendig geworden, da die Schule bereits 2014/2015 von einem Oberstufengymnasium zu einem G9-Vollgymnasium umgewandelt wurde und mehr Platz benötigte. Mit 25 neuen Klassenräumen, einer Mensa und Nebenräumen auf rund 5350 Quadratmetern schafft der 34 Millionen Euro teure Bau nun die nötigen Kapazitäten.

Obwohl die Einweihung erst jetzt stattfand, wird in dem Gebäude bereits seit Ende Juni regulär unterrichtet. Ende Mai fanden dort schon die mündlichen Abiturprüfungen statt. Die bisher genutzte Interimscontaineranlage konnte nach dem Umzug abgebaut werden.

Bauarbeiten mit Herausforderungen

Die Bauarbeiten begannen im April 2023. Eine besondere Herausforderung war laut Stadt die bis zu elf Meter tiefe Baugrube in wasserempfindlichem Tonboden. Starke Regenfälle und Böschungsabbrüche sorgten für Verzögerungen im Zeitplan. Diese konnten jedoch durch einen beschleunigten Innenausbau wieder aufgeholt werden.

Bei der Planung spielte auch die Nachhaltigkeit eine Rolle. So wurde eine Ziegel- beziehungsweise Klinkerfassade anstelle von faserbewehrten Betonplatten verwendet. Um den Trinkwasserverbrauch zu senken, passte man die Lüftungstechnik an. In Abstimmung mit dem Umweltamt wurden zudem Wege und Spielgeräte so geplant, dass die vorhandenen Bäume geschützt werden.

Besondere Wünsche berücksichtigt

Im Laufe des Projekts wurden auch zusätzliche Wünsche der Nutzer berücksichtigt, darunter Anpassungen in der Küche und ein Trinkwasserspender. Eine Besonderheit ist die Beleuchtung des neuen Parkplatzes: Diese wurde gemeinsam mit der Astronomischen Gesellschaft Urania so gestaltet, dass die Sicherheit gewährleistet ist, aber gleichzeitig die astronomischen Beobachtungen nicht gestört werden.

Die Arbeiten an der Schule sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Bis Ende Herbst 2026 werden die Außen- und Sportanlagen neugestaltet. Dabei wird das Gelände barrierefrei terrassiert und die Fläche, auf der zuvor die Container standen, aufgewertet.