Ein Beitrag des Marktbeschickers Christoph Stoll hat am Dienstag (12. März) eine heftige Debatte in der Facebook-Gruppe „Lust auf Wiesbaden“ ausgelöst. Darin kritisiert er die Wiesbadener Busfahrer, die ab Mittwoch drei Tage lang streiken wollen.
„Liebe Busfahrer, vielen Dank für Nichts“, schreibt Stoll in seinem Beitrag. „Unser Verständnis für Eure Sache nimmt ab. Wir stehen jahrein, jahraus bei jedem Wetter auf dem Wochenmarkt und freuen uns über jeden, der uns mit Öffis besucht. An den nächsten drei Tagen also eher niemand.“ Unterzeichnet hat Stoll den Beitrag schließlich mit den Worten: „Viele Grüße von den Marktbeschickern, die von 10% mehr Einkommen nur träumen können!“
„Es nervt einfach“
Innerhalb eines Tages erreichte der Beitrag zahlreiche Menschen, erhielt rund 400 Likes und über hundert Kommentare. Einige davon stimmen Stoll klar zu. „Es nervt einfach“, schreibt ein Nutzer. „Ich habe langsam auch kein Verständnis mehr“, meint eine andere Nutzerin. „Tut mir sehr leid für Euch aufm Wochenmarkt und für alle anderen, die dieses Elend seit Monaten ertragen müssen.“
Andere Wiesbadener äußern jedoch Verständnis für die streikenden Busfahrer. „Würde man die Busfahrer angemessen bezahlen, dann müssten sie nicht streiken“, lautet ein Kommentar. „War doch längst überfällig. Auch ich hatte schon Probleme zur Arbeit zu kommen. Hab es aber hingekriegt.“
Kritik von Busfahrern
Einige der Kommentatoren, die Stolls Aussage kritisieren, scheinen selbst Busfahrer zu sein. „In 10-12 Jahren regen sich dann alle darüber auf, dass die Arbeitgeberverbände nicht eher reagiert haben auf die Überalterung ihrer Fahrer und deren schlechte Arbeitsbedingungen“, schreibt jemand. „Bis dahin bin ich gern der blöde Busfahrer, der dem Streikaufruf folgt.“
Auch Stoll selbst meldet sich in den Kommentaren unter seinem Beitrag zu Wort und stellt klar, dass er nicht für alle sprechen möchte – wohl aber für die Marktbeschicker. Dreimal die Woche steht der Obst- und Gemüsestand der „Gärtnerei Stoll“ auf Wiesbadener Wochenmärkten: mittwochs und samstags auf dem Dern’schen Gelände, freitags in Bierstadt. Seine Eltern gehörten 1978 zu den ersten Beschickern des Wiesbadener Wochenmarkts.