Verteidigungsministerin antwortet auf Atomwaffen-Gerüchte

Haben US-Streitkräfte Nuklearwaffen in Mainz-Kastel untergebracht? Diese Frage stellte die Stadt Wiesbaden an das Bundesverteidigungsministerium. Nun ist eine Antwort bei der Stadt eingegangen.

Verteidigungsministerin antwortet auf Atomwaffen-Gerüchte

30 Jahre, nachdem das US-Militär seinen Standort in Mainz-Kastel verlassen hat, sind die Streitkräfte wieder zurückgekommen. In der Lucius D. Clay-Kaserne wurde das 56. Artilleriekommando wieder aktiviert. Seitdem steht der Verdacht im Raum, dass das US-Militär dort Nuklearwaffen untergebracht hat. Die sogenannten „Dark Eagle“-Langstreckenraketen sollen demnach mit fünffacher Schallgeschwindigkeit innerhalb von 21 Minuten und 3o Sekunden in Russland sein können (wir berichteten).

Die Stadt Wiesbaden hatte bereits im November 2021 bei Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) angefragt, wie es um die Raketen-Gerüchte steht. Auch in der Bundespressekonferenz wurde das Thema zu Beginn des Jahres besprochen (wir berichteten). Wie die Stadtverwaltung in einer Mitteilung am Donnerstag erklärt, sei die Antwort nun eingetroffen. In dem jetzt vorliegenden Brief der Ministerin heißt es wörtlich: „Die US-Regierung hat bestätigt, keine Raketensysteme beim 56th Artillery Command im Ortsbezirk Mainz-Kastel der Stadt Wiesbaden zu stationieren.“

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) erklärte nun zur Rückmeldung der Verteidigungsministerin: „Ich bin der Ministerin sehr dankbar für ihr Verständnis für die Wiesbadener Sorgen und ihren zeitnahen Kontakt mit dem amerikanischen Verteidigungsminister. Die Aussage, dass keine Raketensysteme stationiert werden sollen, dient der notwendigen Klarheit.“

Lambrecht habe in ihrem Schreiben versichert, die Sorgen der Wiesbadener vor einer Stationierung von Langstreckenraketen in ihrer Stadt sehr ernst zu nehmen. Sie habe das Thema in einem ersten Gespräch mit dem US-amerikanischen Verteidigungsminister Lloyd Austin angesprochen. Dieser habe bestätigt, dass es nicht beabsichtigt sei, Raketensysteme in Wiesbaden zu stationieren.

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