Pläne für den Schiersteiner Osthafen nehmen Gestalt an

Der Bebauungsplan steht, jetzt müssen nur noch die Stadtverordneten abstimmen: Der Schiersteiner Osthafen wird sich verändern. Dabei hofft die Stadt, einen Kompromiss gefunden zu haben, der auch dem Ortsbeirat zusagt.

Pläne für den Schiersteiner Osthafen nehmen Gestalt an

Grünes Licht für die Bebauung des Schiersteiner Osthafens: Der Magistrat hat dem Bebauungsplan in seiner Sitzung am Dienstag, den 8. September, zugestimmt. Nicht alle Wünsche des Schiersteiner Ortsbeirates konnten dabei berücksichtigt werden.

Am Schiersteiner Osthafen sollen mehrere Büro- und Verwaltungsgebäude entstehen. Der Ortsbeirat äußerte aber mehrfach Bedenken, die Schiersteiner starteten zuletzt sogar eine Online-Petition gegen das geplante Bauvorhaben (wir berichteten). Zusammengefasst stören sich die Anwohner vor allem an der geplanten Höhe der Gebäude, die teilweise acht Stockwerke umfassen sollen. Das sei nicht nur ein großer optischer Eingriff, sondern wirke sich auch negativ auf das Mikroklima am Hafen und in den umliegenden Wohngebieten aus. Darüber hinaus sei die Park- und Verkehrssituation für die neuen Gebäude noch ungeklärt und man hofft auf zwei statt der bislang zugesicherten einen Wege durch das Gebiet.

Magistrat kommt Ortsbeirat entgegen

„Wir haben den Bedenken des Ortsbeirats ein Stück weit Rechnung getragen“, sagt Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler (CDU). Dazu gehöre etwa die Selbstverpflichtung, die Bürogebäude auf eine Höhe unterhalb der Hochhausgrenze von 22 Metern zu begrenzen. Diese Beschränkung soll auch als Bedingung bei einem möglichen Verkauf von Grundstücken an Dritte festgelegt werden.

Auf das Klima der Anwohner haben die Pläne keine Auswirkungen, wie Roland Stöcklin, Geschäftsführer der Wiesbadener Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) erklärt. Es gebe lediglich sehr geringe Auswirkungen, die an den heißesten Tagen und Nächten eine Veränderung der Temperatur im Bereich zwischen Null und Fünf Prozent ausmachen würden. „Und dann auch nur bis zu der Fassadengrenze der Storchenallee“, so Stöcklin.

Die Parksituation könnte sich nach der Fertigstellung der neuen Schiersteiner Brücke entspannen. Denn unter dem Bauwerk sind Parkplätze geplant. „Dort kann mit Herstellung einer Parkebene der Parkdruck am Hafen reduziert werden“, erklärt Kessler.

Keine niedriggeschossige Gebäudelinie

Dem Vorschlag des Ortsbeirates, die hohen Gebäude niedriger und die niedrigen Gebäude etwas höher zu bauen und aneinander anzugleichen, erteilte Kessler eine Absage. „Das hätte zur Folge, dass aus den Gebäuden ein langer Klotz wird.“ Vielmehr seien unterschiedliche Höhen und Abstände zwischen den Gebäuden von rund acht Metern geplant, die mehr Raum und Platz für Grünflächen zuließen. „Die Gebäude wachsen dadurch etwas in der Höhe, statt in der Breite“, so Kessler.

Ein im Entwurf des Bebauungsplans genanntes, etwa 73 Meter langes Gebäude, wird es ebenfalls nicht geben. Daraus werden nun zwei Gebäudeteile, die dann eine maximale Länge von unter 50 Meter haben werden. „Ich halte den für den Planungsausschuss angekündigten Kompromissantrag der Kooperationen für einen weitgehend gelungenen Kompromiss, als Reaktion auf die Bedenken des Ortsbeirates“, fasst der Stadtentwicklungsdezernent zusammen. Dabei sei es sogar noch möglich, einen zweiten Verbindungsweg hinzubekommen. Es gebe zwar keine Garantie dafür, man beschäftige sich jedoch intensiv damit.

Dabei ist der Stadt das Bauvorhaben nicht nur wichtig, um große Firmen wie etwa die Schufa in Schierstein zu halten. Auch die Schiersteiner Wirtschaft soll von den Mitarbeitern aus den Bürogebäuden profitieren, etwa die Gastronomie oder der Einzelhandel, für die damit neue potenzielle Kunden in den Stadtteil kommen.

Die Pläne werden noch am Dienstagabend im Planungsausschuss der Stadt vorgestellt. Abschließend erhalten die Stadtverordneten den Antrag dann in ihrer Sitzung am 17. September zur Abstimmung. (nl)

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