Warum eine Wiesbadener Küche zum Internet-Hit wurde

Ein ganz praktischer Gedanke steckt hinter dem Küchendesign im Coworking-Space „Heimathafen“. Genau diese Idee geht jetzt im Internet viral.

Warum eine Wiesbadener Küche zum Internet-Hit wurde

Wer schon einmal das Café vom Heimathafen in der Karlstraße besucht hat, kennt die vielen Kreide-Illustrationen an den großen Tafelwänden. Diese ziehen sich fast durch das gesamte Haus. Ein Foto von einer bemalten Küche im ersten Stock sorgt jetzt für Aufsehen im Internet.

Viraler Foto-Post

Verbreitet wurde das Bild der Küche von der Facebookseite „Made My Day“, die regelmäßig Sprüche und Bilder postet. Das Küchen-Foto ziert der Spruch „Wenn die Frau übers Wochenende wegfährt“. Der Clou bei dem Post, der als Gag gemeint ist: Im Heimathafen hat Illustratorin Inka Vigh eine Tafelfolie auf den Türen und Schränken der Küche so bemalt, dass man von außen erkennen kann, welche Schüsseln, Töpfe und Tassen sich je hinter den Türen und in den Schubladen verbergen.

„Die Idee war schlicht, den Coworkern einen schnellen Überblick zu verschaffen.“ - Illustratorin Inka Vigh

Während im Internet die Anspielung darauf, dass Männer zuhause nicht wissen, wo sie etwas suchen müssen, für etliche Likes und Kommentare sorgte, hat das spezielle Design in Wiesbaden tatsächlich einen praktischen Nutzen: „Die Idee war schlicht und einfach, den Coworkern, die dort wechselnd oder fest arbeiten, ein wenig schneller den Überblick über den Inhalt der Schränke zu geben“, erklärt die Illustratorin. Die erste Idee dazu habe aber nicht sie selbst, sondern Inhaber Dominik Hofmann gehabt.

Aus der Not geboren

Dass die Küche überhaupt mit der Folie beklebt wurde, habe ebenfalls einen ganz simplen Grund: „Die Küche war nicht schön“, sagt Vigh. Mit kleinem Budget sollten die ungeliebten „Wurzelholzfronten“ der Küchenzeile versteckt werden. Als die Tafelfolie angebracht war, hat sich Vigh zwei Tage Zeit genommen, das Geschirr und das Besteck auf die Türen zu zeichnen. Den Zeichenstil lehnte sie dabei bewusst an das Logo des Heimathafens an - das stammte nämlich ebenfalls aus ihrer Feder.

„Die Aufnahme muss schon etwas älter sein.“ - Heimathafen-Betreiber Dominik Hofmann

Bei „Made My Day“ gab es für die gezeichneten Gläser, Zuckerdosen und Tellerstapel am Freitagabend knapp 6000 Likes und 500 Kommentare innerhalb einer Stunde. Übers Wochenende sind es mehr als 20.800 Reaktionen in der Community geworden. Wie das Bild es auf die Facebookseite geschafft hat, weiß Hofmann aber nicht. „Weil die Kaffeemaschine, die auf dem Foto zu sehen ist, schon vor einigen Jahren ersetzt wurde, muss die Aufnahme schon etwas älter sein“, erklärt er. „Aber wie auch immer das Bild die Runde gemacht hat, wir haben uns darüber gefreut.“ Woher genau das Foto stammt, haben auch die Betreiber von „Made my Day“ auf Nachfrage von Merkurist bisher nicht aufgeklärt.

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