Dinge, die von Wiesbadenern erfunden wurden

Schon gewusst, dass ein Kloppenheimer den Prototyp der Guillotine entwickelt hat? Diese und weitere Erfindungen aus Wiesbaden zeigen wir euch in unserer Übersicht.

Dinge, die von Wiesbadenern erfunden wurden

In der Vergangenheit haben einige Wiesbadener spannende Ideen und Produkte entwickelt, die zum Teil weltweit bekannt wurden. Wir stellen euch einige von ihnen und die spannenden Geschichten dahinter vor.

Automatische Mausefalle

Der Sonnenberger Schreiner und Erfinder Carl Bender eröffnete 1896 seine große Holz- und Blechbearbeitungsfabrik in Dotzheim. Dort entwickelte er gleich mehrere patentreife Erfindungen. Die wohl wichtigste: eine automatische Mäuse- und Rattenfalle, die in ganz Europa verkauft wurde. Die Maus öffnet und schließt die Türchen über Mechanismen selbst, klettert Gänge hinauf und hinunter und stürzt schließlich ins Wasser. „Uns hat sogar ein Sammler aus den USA besucht, den die Mausefallen von Carl Bender faszinieren“, erinnerte sich Bernd Blaudow vom Heimatmuseum Dotzheim, in dem einige Mausefallen ausgestellt werden, einmal in einem Merkurist-Gespräch. Bender entwickelte außerdem eine Kittmaschine, Fliegenfänger, Käferfallen, Obstpressen und Wäschetrockner.

Werbeplakate

Ludwig Hohlwein, 1874 in Wiesbaden geboren, gilt als einer der größten Erfinder des künstlerischen Werbeplakats in Deutschland. Er entwickelte für viele große Marken und Firmen Werbegrafiken und wurde so international berühmt. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Arbeiten für den Tierpark Hellabrunn und die Paulaner Brauerei, die heute noch immer nachgedruckt werden. Hohlwein war allerdings auch Unterstützer der Nazis. 1933 trat er der NSDAP bei, für die er bereits vor der Machtergreifung zahlreiche Arbeiten angefertigt hatte. Auch später entwickelte er etliche Reklamen für die NSDAP. Während der Entnazifizierung erhielt er als Vorteilsnehmer des Regimes dann ein Berufsverbot. Danach arbeitete er bis zu seinem Tod in einem kleinen Atelier in Berchtesgaden als Grafiker.

Guillotine

Der in Kloppenheim geborene Klavierbauer Johann Tobias Schmidt soll die Guillotine miterfunden haben. Der Heimatforscher Achim Tepper hat dazu nach mehreren Anfragen von Journalisten geforscht und Spannendes herausgefunden. Im späten 18. Jahrhundert drängte der Henker von Paris Charles-Henri Sanson de Longval auf eine Lösung, damit Hinzurichtende weniger leiden müssen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Menschen mit dem Schwert hingerichtet, was qualvoll war und oftmals lange dauerte. Laut Achim Teppers Recherche verkaufte der Kloppenheimer Klavierbauer, der eine Werkstatt in Paris besaß, mehrere Instrumente an den Henker. Die beiden trafen sich mehrmals in der Woche und sprachen schließlich auch über die Idee einer Enthauptungsmaschine. Da er sich mit Metall und Holz auskannte, fertigte er einen Entwurf an. Nach der Anleitung von Joseph-Ignace Guillotin und unter Aufsicht von Sanson erstellte er schließlich einen Prototyp. Einige Testläufe später fand am 25. April 1792 dann die erste öffentliche Hinrichtung mit der Guillotine statt.

Busspur

Auch die Busspur wurde in Wiesbaden erfunden. Der Diplom-Ingenieur Rolf-Wener Schaaff, früher Leiter des Amts für Verkehrswesen, entwickelte die Idee einer Spur nur für Busse 1968. Begegnete man ihm zunächst noch mit Skepsis und Ablehnung, empfing Schaaff schon kurze Zeit nach der Einführung erste interessierte Gäste aus dem In- und Ausland. Sogar Japaner wollten sich seine revolutionäre Idee ansehen. „Heute sind unsere Busspuren ein wesentliches Instrument, um gerade im Innenstadtbereich den pünktlichen Busverkehr zu garantieren“, sagte Jörg Gerhard, Geschäftsführer von ESWE Verkehr, anlässlich des 50. Jubiläums der Busspur 2018. Mittlerweile gibt es über 50 Busspuren auf einer Länge von rund 50 Kilometern in der Stadt.

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