Diese 5 Wiesbadener Unternehmen beliefern den Weltmarkt

In Wiesbaden sind schon einige Innovationen geboren. Viele Produkte „made in Wiesbaden“ haben inzwischen den Weltmarkt erobert.

Diese 5 Wiesbadener Unternehmen beliefern den Weltmarkt

Ob Sekt aus der Henkell-Freixenet-Kellerei in Biebrich oder Pralinen von Kunder — dass in Wiesbaden einige beliebte Produkte hergestellt werden, ist kein Geheimnis. Die Herkunft mancher von ihnen ist zwar nicht ganz so bekannt wie die das klassischen Mitbringsel, dafür sind sie aber teilweise sogar auf dem Weltmarkt in Gebrauch.

Nahtlose und bunte Wursthüllen

So zum Beispiel die industriell hergestellten Wursthüllen der Firma Kalle am Biebricher Rheinufer. Ein bereits 1929 entwickeltes, später weiterentwickeltes und noch immer wichtiges Standbein der Firma sind die nahtlosen Hüllen aus Viskose. Die „Nalo-Hüllen“ basieren auf einem Zellstoff, der aus Holz hergestellt wird. Da sie somit auf Basis nachwachsender Rohstoffe produziert werden, sind sie eine umweltbewusstere Alternative zu den klassischen Darmhüllen. Über die Jahre hat die Wiesbadener Firma noch viele weitere Hüllen, darunter auch aus Baumwolle, entwickelt. So gehört Kalle heute laut eigener Aussage zu den weltweit größten Anbietern von Textildärmen.

Und da das Unternehmen über eine eigene Siebdruckerei verfügt, kann es die Därme sogar für Festtage verschönern. So können dafür beispielsweise Osterhasen, Kürbisse und Weihnachtsmänner gestanzt und genäht werden. Neben Wursthüllen stellt das Unternehmen übrigens unter anderem auch Schwammtücher für den Haushalt her. Damit beliefere Kalle etwa ein Drittel des gesamten Weltmarktes.

Weltweit installierte Kamerasysteme

Mit mehr als 20.000 installierten Kamerasystemen weltweit zählt das Wiesbadener Unternehmen „Vitronic“ zu den führenden Anbietern in der kamerabasierten Bildverarbeitung. Seinen Hauptsitz hat das Unternehmen in der Hasengartenstraße. Bekannt ist es vor allem durch seine Blitzer, die auch in Wiesbaden stehen. So hat „Vitronic“ der Stadt Wiesbaden erst kürzlich den neuen Blitzer an der Fasanerie gestiftet (wir berichteten). Zu den wichtigsten Branchen des Unternehmens zählen die Automobilindustrie, Medizin- und Pharmaindustrie sowie die Verkehrstechnik und Logistik.

Eines der „Vitronic“-Systeme kommt in vielen Verteil- und Logistikzentren weltweit zum Einsatz. Das „Vipac Auto-ID-System“ hilft Post- und Paketdienstleistern dabei, Pakete besonders schnell vom Absender zum Empfänger zu bringen. Das Ganze funktioniert so: Die Pakete laufen über ein Förderband und werden von Kameras der Firma erfasst oder von einem Mitarbeiter manuell unter eine Kamera geführt. Die Kamera nimmt dann ein Bild von dem Paket auf, sodass eine Auswertungssoftware Daten wie Paketnummer, Name, Postleitzahl und Adresse erkennen kann. Danach schickt die Software das Paket automatisch in die richtigen Zielbehälter. Ist ein Mitarbeiter im Einsatz, erhält er ein optisches oder akustisches Signal und weiß dadurch, in welchen Behälter er das Paket legen muss. Das System erfasst außerdem das Paketvolumen und — in Kombination mit einer Waage — das Gewicht. So lässt sich die Beladung der Transporter optimieren.

Vibrationstechnik für die Industrie

Ebenfalls weltweit im Einsatz ist die Vibrationstechnik der Firma „NetterVibration“. Seit 1953 steht das in Wiesbaden gegründete Unternehmen für „Vibration im Dienst der Technik“. Schon seit Gründung sitzt das Unternehmen in Mainz-Kastel. Erst im März dieses Jahres hat „NetterVibration“ die neue Firmenzentrale in der Fritz-Lenges-Straße 3 bezogen. „Wir sind seit knapp 70 Jahren ein Wiesbadener Unternehmen und haben uns bewusst dazu entschieden, im Rahmen unserer Expansion mit unserer neuen Firmenzentrale in Mainz-Kastel zu bleiben“, sagt Thomas Reis, Geschäftsführer von „NetterVibration“ dazu.

„NetterVibration“ stellt Vibratoren für viele Industriebereiche, wie beispielsweise der Chemie, Lebensmittel-, und Bauindustrie oder dem Maschinenbau her. In der Lebensmittelbranche sorgen die vibrierenden Maschinen beispielsweise dafür, dass Salat gewaschen wird und zu verpackende Lebensmittel wie Schinkenstücke nicht miteinander verkleben. Auch der ein oder andere Keks, den die Wiesbadener verspeisen, könnte unter dem Einfluss von „NetterVibration“ produziert worden sein. So sorgten die Maschinen in der Vergangenheit auch schon dafür, dass Schokostückchen effizient und gleichmäßig im Keksteig landen.

Hardware für Industriecomputer

Ebenfalls in Kastel sitzt die „Rosch Computer GmbH“. 1994 gegründet, vertreibt sie ausschließlich Hardware für Industriecomputer und deren Einsatz. Die Produkte stellt sie zwar nicht selbst her, berät aber viele führende Hersteller auf dem industriellen Markt, wie unter anderem Microsoft, Intel und Fujitsu.

Eingesetzt wird solche Hardware in vielen Bereichen. So vertreibt das Unternehmen spezielle Displaysysteme und digitale Anzeigetafeln für den Dauerbetrieb in Einkaufspassagen, Restaurants und Flughäfen. Im Transport und Verkehr vertreibt „Rosch“ spezielle Systeme zur Ampelsteuerung und Verkehrsüberwachung. Und auch im Bereich der Gebäudetechnik wird Industrie-Hardware für die Steuerung von Heizung, Beleuchtung, Klimaanlage und Sicherheitstechnik benötigt. Die „Rosch Computer GmbH“ hilft ihren Kunden bei der Auswahl oder Entwicklung der für ihren Fall am besten geeigneten Hardware.

Sensoren in ICEs in Deutschland, China und Russland

1955 in Wiesbaden gegründet ist die „Ephy-Mess GmbH“ heute ein Spitzenhersteller nach Maß gefertigter industrieller Mess- und Sensor-Technik. Mittlerweile arbeiten 171 Mitarbeiter daran, den Markt in 39 Ländern zu beliefern.

Einsatz finden die Temperatursensoren weltweit unter anderem in Bahnen, dem Schwermaschinenbau und in Windkraft- und Staudammanlagen. Die Sensoren findet man also beispielsweise in Hochgeschwindigkeitszügen in Deutschland, China, Spanien und Russland. Dort dienen sie der Temperaturüberwachung von Antriebsmotoren, Getrieben und Radsatzlagern. (ts)

Welche Produkte noch in und um Wiesbaden hergestellt werden, erfahrt Ihr hier:

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