Viele offene Fragen zum 2. Betriebshof von ESWE Verkehr in Wiesbaden

Der Betriebshof von ESWE Verkehr in der Gartenfeldstraße kommt langsam an seine Grenzen. Ein zweiter Standort ist bereits gefunden. Trotzdem bleibt noch vieles unklar.

Viele offene Fragen zum 2. Betriebshof von ESWE Verkehr in Wiesbaden

Der zweite Betriebshof von ESWE Verkehr soll im Stadtteil Südost entstehen. Das hatte der ehemalige Bau- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol bereits im März mitgeteilt. Der genaue Standort soll zwischen der Berliner Straße und B455, neben dem städtischen Bauhof und gegenüber der Siedlung Hainerberg, liegen. „Wir haben dazu mehrere Flurstücke von Privatleuten gekauft, Teile waren bereits in städtischem Besitz“, berichtete Kowol. Eine Machbarkeitsstudie habe die Vorteile der etwa fünf Hektar großen Fläche deutlich dargelegt, so der heutige Sozialdezernent. Insbesondere die gute Anbindung in alle Himmelsrichtungen habe dabei den Ausschlag gegeben.

Aktuell werde die Fläche in den Regionalplan und den Flächennutzungsplan aufgenommen, teilt eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage von Merkurist mit. Die bisherigen Ergebnisse sollen noch in diesem Jahr der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnisnahme vorgelegt werden. Politisch ist der Bau eines zweiten Betriebshofes bereits beschlossen. Von einem konkreten Bebauungsplan sei man allerdings noch weit entfernt, so die Sprecherin. Die Stadt könne daher noch keine Aussagen dazu machen, wie die beiden Betriebshöfe künftig aufeinander abgestimmt werden sollen und ob der bestehende Standort in der Gartenfeldstraße künftig an Bedeutung verlieren oder sogar verkleinert werden könnte.

Nur Dieselbusse in der Salzbachaue

Momentan platzt der aktuelle Betriebshof noch aus allen Nähten. Besonders die Ladesäulen für die neuen Elektrobusse haben in den vergangenen Jahren für große Enge gesorgt. Eine vollständige Elektrifizierung des Fuhrparks scheitert bisher an der fehlenden Fläche für noch mehr Ladepunkte. Stattdessen wurden in den vergangenen Jahren nochmals neue Dieselbusse angeschafft, auch weil diese auf den seit 2019 für ESWE reservierten Park and Ride-Parkplatz Salzbachaue ausweichen können.

Damit die gesamte Busflotte künftig emissionsfrei werden kann, soll der zweite Betriebshof an der Berliner Straße entstehen. Auch eine Vergrößerung des Fuhrparks würde somit möglich. Denn aktuell gerät das Busnetz der ESWE bei knapp 60 Millionen Fahrgästen pro Jahr an die Grenzen seiner Kapazität. Da Wiesbaden keine Straßenbahn besitzt, wurden bereits Doppelgelenkbusse als Alternative getestet. Auch solche Fahrzeuge könnte der zweite Betriebshof besser fassen. Bis es soweit ist, kann es aber noch einige Jahre dauern. Das Baudezernat rechnet mit einem Baubeginn erst im Jahr 2030. Die Kosten werden bei mindestens 95 Millionen Euro liegen, aber weitestgehend von Bund und Land bezahlt, teilt das Dezernat mit.

Sechs neue E-Gelenkbusse finden gerade noch Platz

Wie der bereits bestehende Betriebshof in der Gartenfeldstraße sowie der Interims-Parkplatz auf der Salzbachaue bis dahin weiter entwickelt werden sollen, könne die Sprecherin der Stadt nicht mitteilen. Das Provisorium wird wohl noch eine Weile bleiben. Die bereits bestellten, sechs neuen E-Gelenkbusse würden gerade noch ihren Platz finden, teilt sie mit: „In einem rollierenden System“.