Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Dieselfahrverbot

Ab Juli gilt in Teilen von Mainz ein Dieselfahrverbot. Was Ihr jetzt wissen müsst.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Dieselfahrverbot

Am vergangenen Freitag gab die Stadt Mainz bekannt, dass es ein Dieselfahrverbot für die Rheinachse geben wird. Merkurist fasst die wichtigsten Fakten zusammen.

Ab wann gilt das Fahrverbot?

Das Verbot tritt am 1. Juli 2020 in Kraft.

Für wen und wo gilt das Verbot?

Das Fahrverbot soll für Dieselautos der Schadstoffklassen 1 bis 5 gelten sowie für alte Benziner der Schadstoffklassen 1 und 2. Es soll entlang der Rheinachse von der Holzhofstraße bis zum Kaiser-Karl-Ring gelten. Auch die Theodor-Heuss-Brücke ist betroffen, wie Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) gegenüber der „Allgemeinen Zeitung“ sagte. Betroffene Autofahrer aus Kostheim und Kastel können dann nicht mehr über die Brücke fahren und müssen sich einen anderen Weg nach Mainz suchen. Andere Fahrziele in der Innenstadt können dann nach wie vor über die Holzhofstraße, Weißliliengasse und Kaiserstraße erreicht werden.

Welche Zusatzregelungen gibt es?

Ab 1. Juli gilt auf der Rheinachse sowie auf der Kaiser- und auf der Parcusstraße Tempo 30. Außerdem wird die Polizei den fließenden Verkehr überwachen. Zudem soll es einen festinstallierten Blitzer an der Rheinstraße geben.

Was passiert, wenn ich mich nicht an das Verbot halte?

Laut „Bußgeldkatalog.org“ kann eine Geldstrafe drohen. Wie hoch diese ausfällt, kann jede Stadt selbst entscheiden. „In Hamburg und Berlin droht ein Bußgeld von 25 Euro, in Stuttgart und Darmstadt ein Bußgeld und eine Verwaltungsgebühr in Höhe von insgesamt 108,50 Euro“, heißt es auf der Webseite. Wie hoch ein mögliches Bußgeld in Mainz sein wird, ist noch nicht klar.

Warum wurde das Verbot erlassen?

Die Maßnahme ist Teil der Fortschreibung des Luftreinhalteplans der Stadt, die am 12. Februar Thema im Stadtrat sein wird. Mithilfe des Dieselfahrverbots und weiteren Maßnahmen sollen die Stickstoffdioxid-Werte insbesondere an der Rheinachse gesenkt werden. Perspektivisch sollen durch das Fahrverbot 45 Prozent Emissionen eingespart werden.

Gibt es Ausnahmeregelungen?

Ob es beim Dieselfahrverbot Ausnahmen für einzelne Berufsgruppen geben wird, will die Stadt nach gründlicher Prüfung zu einem anderen Zeitpunkt bekanntgeben. Anwohner, die nur über die Rheinachse zu ihrem Wohnort gelangen, erhalten aber eine Ausnahmegenehmigung.

Wie komme ich zu den Parkhäusern?

Laut der Stadtverwaltung sind trotz Fahrverbot die meisten Parkhäuser zu erreichen. Nur die öffentlichen Parkhäuser Rheinufergarage, Löhrstraße, Rathaus und Brand sind für die betroffenen Fahrzeuge nicht mehr erreichbar.

Wie weit sollen die Werte abgesenkt werden?

2019 wurden an Messpunkten in der Rheinstraße und Rheinallee Stickstoffdioxid-Werte von durchschnittlich 49 Mikrogramm registriert. Der EU-Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Mit Tempo 30 in der Parcusstraße erhofft sich die Stadt, perspektivisch unter die 40 Mikrogramm zu kommen (derzeit 42 Mikrogramm).

Welche Maßnahmen ergreift die Stadt noch?

Der Luftreinhalteplan sieht eine Förderung von Radverkehr und ÖPNV vor. So sollen Schutzstreifen für Radfahrer ausgebaut und mehr Abstellplätze geschaffen werden. Außerdem sollen Ampelschaltungen angepasst werden, um den Verkehrsfluss zu fördern. Dazu soll es auch ein Linksabbiegeverbot auf der Rheinachse geben. Außerdem sollen mehr Kontrollen bezüglich des Parkens in zweiter Reihe geben.

Weitere Informationen zum Luftreinhalteplan bekommt Ihr hier. (rk)

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