Die Stadt Wiesbaden hat am Mittwoch die Ergebnisse ihrer ersten Befragung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, intergeschlechtlichen und queeren Menschen (LSBT*IQ) vorgestellt. Die Umfrage befasst sich mit homo- und transfeindlichen Erfahrungen sowie dem Sicherheitsempfinden der Betroffenen.
Erstmals wurden Angehörige sexueller und geschlechtlicher Minderheiten in Wiesbaden zu ihrer Lebenssituation befragt. Mehr als 200 Personen gaben dabei Auskunft. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Mehrheit der Befragten im öffentlichen Raum tagsüber sicher fühlt. In den Abendstunden wächst jedoch die Unsicherheit. Als besonders unsicher werden Bereiche der Innenstadt, des Westends, der Bahnhofsvorplatz und Bushaltestellen wahrgenommen.
Die Befragten berichten auch von Angriffen wie Beleidigungen, Bedrohungen, körperlicher Gewalt und sexueller Belästigung. Auffällig ist, dass solche Vorfälle nur selten zur Anzeige gebracht werden. Als Gründe dafür nennen die Teilnehmer unter anderem Unsicherheiten beim Anzeigeverfahren.
Stadt und Polizei wollen Vertrauen stärken
Bürgermeisterin Christiane Hinninger nimmt die Ergebnisse ernst: „Unsere Studie zeigt, dass wir in den kommenden Jahren noch viel zu tun haben. Es ist nicht akzeptabel, dass sich viele homosexuelle, bisexuelle und trans* Personen insbesondere im öffentlichen Raum unsicher fühlen oder sogar Angriffen ausgesetzt sind.“ Die Stadt arbeite nun gezielt an Maßnahmen, wie einer besseren Sichtbarkeit von Unterstützungsangeboten. „Wer Opfer einer Straftat wird, soll Vertrauen haben, dass die Polizei hilft“, so Hinninger.
Auch das Polizeipräsidium Westhessen will konsequent gegen LSBT_IQ-feindliche Straftaten vorgehen, wie Polizeivizepräsidentin Katrin Thaler betont. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen mehr LSBT_IQ-feindliche Straftaten ins Hellfeld bringen, indem wir ansprechbar sind und das Vertrauen stärken.“ Spezielle Ansprechpersonen sollen als Bindeglied zur Community dienen und Betroffene auf Augenhöhe begleiten.
Bestehende Maßnahmen kommen gut an
Bereits umgesetzte Maßnahmen der Stadt bewerten die Befragten überwiegend positiv. Dazu zählen die Regenbogenbeflaggung am Rathaus, die finanzielle Unterstützung des Christopher Street Days sowie die Einrichtung des Queeren Zentrums. Darauf wolle die Landeshauptstadt aufbauen. „Die Landeshauptstadt Wiesbaden steht an der Seite der LSBT*IQ-Community. Diese Haltung werden wir auch künftig deutlich nach außen vertreten und mit konkreten Maßnahmen unterlegen“, erklärt Hinninger.
Die vollständige Stadtanalyse „Queeres Leben in Wiesbaden“ findet ihr hier.