Wieder Verkehrschaos in Biebrich wegen Sperrung an Salzbachtalbrücke

Eine mehr als 30 Kilometer lange Umleitung ist vielen Lkw-Fahrern, die die Salzbachtalbrücke umgehen müssen, zu weit. Die Folge: Viele Lastwagen kürzen die Route durch Biebrich ab.

Wieder Verkehrschaos in Biebrich wegen Sperrung an Salzbachtalbrücke

Sechs Lkw an einer Kreuzung. Dieses Bild kennen die Biebricher im Moment nur zu gut. Seit fast zwei Wochen ist die marode Salzbachtalbrücke für Fahrzeuge mit einem Gewicht über 7,5 Tonnen gesperrt. Die Landespolizei steht mit ihren Wagen seitdem an den Auffahrten und rückt aus, sobald sich ein Lkw nähert, der den Weg nicht nehmen darf.

Abkürzung über Kasteler Straße

Die zuständige Straßen- und Verkehrsbehörde Hessen Mobil hat extra eine Umleitung eingerichtet. Sie führt vom Schiersteiner Kreuz über die A643 zum Autobahndreieck Mainz über die A60 zum Rüsselsheimer Dreieck und über die A67 zum Mönchhofdreieck — ein Umweg von mehr als 30 Kilometern. Ortskundigen Fahrern ist das oft zu weit und Fahrer, die zum ersten Mal in der Gegend sind, schalten das Navi lieber auf „kürzeste Strecke“.

So landen seit der Sperrung die meisten Lkw mitten in Biebrich. Von der Autobahnabfahrt in der Biebricher Allee fahren sie über die neu gestaltete Kasteler Straße nach Amöneburg. Von dort aus geht es über die A671 zurück auf die A66. Doch was für die Lkw die einfachste Lösung ist, bringt die Kreuzung zwischen Biebricher Allee, Äppelallee, Straße der Republik und Kasteler Straße fast zum Platzen.

Verstopfte Kreuzung

Die meisten Lkw kommen derzeit von der Biebricher Allee aus auf die Kreuzung zugefahren und müssen beim Linksabbiegen in die Kasteler Straße ein Nadelöhr treffen. Der Fahrstreifen in der neu gestalteten Straße in Fahrtrichtung Amöneburg ist zwar groß genug für Autos, für mehrere Lkw hintereinander wird die Einfahrt aber zur Rangieraufgabe. Wenn gleichzeitig ein Autofahrer von der gegenüberliegenden Straße der Republik aus in die Äppelallee abbiegen will, und auf der Kreuzungsmitte vor einem Lkw landet, ist die Sicht eingeschränkt. So schaffen es pro Ampelphase oft nur zwei bis Autos nach links abzubiegen.

Die Äppelallee selbst ist vor allem in den Morgenstunden zum Pendlerverkehr verstopft. Viele Lkw fahren schon am Schiersteiner Kreuz ab. Auf rund 2 Kilometern teilen sie sich die Fahrbahn dann mit Pendlern, Radfahrern und Biebrichern, die zum Einkaufen in das Gewerbegebiet unterwegs sind. Dementsprechend herrscht am Morgen vor allem in Fahrtrichtung Amöneburg nur noch Stop-und-Go, denn die Route wird oft von Pendlern genutzt, die über die Schiersteiner Brücke nach Wiesbaden kommen.

Keine Lösung in Sicht

Das Verkehrschaos, das schon am ersten Montag nach der Sperrung ausbrach, ist der Stadt bekannt. Doch eine Lösung scheint es bisher nicht zu geben. Stattdessen sollen jetzt Gespräche geführt werden, um eine Ersatzumleitung für die Lkw zu finden. Wie lange das dauert, und ob dann ein anderer Stadtteil aus allen Nähten platzt, wird sich zeigen.

Ansonsten heißt es Abwarten, denn schon mit Beginn der Sperrung betonte Hessen Mobil, dass es sich um eine vorübergehende Maßnahme handelt. „Es handelt sich hierbei um einen zeitlich begrenzten Zeitraum, da der Verkehr noch im Laufe der Sommermonate komplett auf die nördliche Brückenhälfte verlegt werden soll“, erklärte ein Sprecher der Behörde zum Start der Sperrung. (ts)

Logo