Corona-Betrügerbande: Polizei durchsucht Objekte in Wiesbaden

Umfangreiche Durchsuchungen in Hessen

Corona-Betrügerbande: Polizei durchsucht Objekte in Wiesbaden

Wegen des Verdachts auf gewerbs- und bandenmäßigen Subventionsbetrug mit Corona-Hilfen haben das hessische LKA und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Donnerstag mehrere Objekte in Hessen durchsucht – darunter auch zwei in Wiesbaden.

Durchsucht wurden Wohn- und Geschäftsräume von zwölf Beschuldigten in Frankfurt am Main (6 Objekte), Lübeck (2 Objekte), Wiesbaden (2 Objekte), im Hochtaunuskreis (2 Objekte), im Main-Tauber-Kreis (1 Objekt) und im Wetteraukreis (11 Objekte). Bei drei Beschuldigten im Alter von 33 bis 65 Jahren handelt es sich um Mitarbeiter eines Steuerberatungsbüros aus dem Wetteraukreis. Sie stehen im Verdacht, in den Jahren 2020 und 2021 für mehrere Gewebetreibende aus dem Rhein-Main-Gebiet Anträge auf Corona-Überbrückungshilfen gestellt zu haben. In den Anträgen seien zudem falsche Angaben gemacht worden.

Mitbeschuldigt ist auch ein 86-jähriger Steuerberater. Er steht im Verdacht, den Mitarbeitern der Steuerkanzlei erlaubt zu haben, seinen Steuerberatertitel zu nutzen – gegen finanzielle Beteiligung an den Einnahmen. Um Missbrauch bei Anträgen auf Corona-Hilfen zu verhindern, war für die Überbrückungshilfen III und III Plus vorgesehen, dass Anträge ausschließlich über sogenannte prüfende Dritte eingereicht werden konnten, etwa Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte.

Die von den Beschuldigten mit falschen Angaben beantragten Überbrückungshilfen sollen sich auf einen Gesamtbetrag von über 750.000 Euro belaufen. Ausbezahlt wurden Überbrückungshilfen in Höhe von über 320.000 Euro. Die Auszahlung weiterer Beträge konnte durch Kontrollen des Regierungspräsidiums Gießen und der hessischen Finanzämter verhindert werden.

Bei den weiteren acht Beschuldigten handelt es sich um Gewerbetreibende aus Frankfurt am Main, Wiesbaden, dem Hochtaunuskreis und Wetteraukreis. Sie stehen im Verdacht, jeweils gemeinsam mit den beschuldigten Mitarbeitern der Steuerberatungskanzlei Anträge auf Corona-Überbrückungshilfen mit falschen Angaben gestellt zu haben.

An den Durchsuchungen beteiligt waren über 70 Einsatzkräfte des Hessischen Landeskriminalamts, der Polizeipräsidien Frankfurt am Main und Mittelhessen sowie der Bezirkskriminalinspektion Lübeck. Es wurden zahlreiche Beweismittel sichergestellt, insbesondere schriftliche Unterlagen, Datenträger und Kommunikationsmittel.

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