Warum Wiesbadener Fassaden in der Coronakrise leuchten

Mit bunten Projektionen an den Wänden bekannter Bauwerke sorgt eine Wiesbadener Firma seit einiger Zeit für echte Hingucker in der Nacht. Wann genau die Aktionen stattfinden, halten die Initiatoren aber bewusst geheim.

Warum Wiesbadener Fassaden in der Coronakrise leuchten

Die Sektkellerei Henkell-Freixenet, das Jagdschloss Platte und der Wasserturm am Schlachthof zählen zu den beliebtesten Fotomotiven von Touristen und Wiesbadenern. In einigen Nächten während der Coronakrise haben besonders viele Spaziergänger die Kamera gezückt, denn die Gebäude wurden bunt beleuchtet.

Bunte Farben und Projektionen

Los ging es Ende April auf dem Schlachthof-Gelände. Wenige Tage später strahlten die bunten Leuchten auf der Biebricher Allee. Auch das Traditionshotel „Nassauer Hof“ und das Jagdschloss Platte haben schon in bunten Farben geleuchtet. Am Freitag strahlte dann das Kurhaus — in Szene gesetzt durch aufwendige Strahler und Projektoren.

Hinter der Aktion steckt die Wiesbadener Firma „Audiluma“. „Wir statten normalerweise zahlreiche Wiesbadener Veranstaltungen mit Licht-, Ton- und Videoequipment aus. Aufgrund des Coronavirus sind unsere Auftragsbücher aber leer — von daher haben wir viel Langeweile, Zeit und Möglichkeiten“, sagt Sprecher Florian Renschin. Zudem seien die Aktionen eine gute Möglichkeit für die Azubis der Firma, sich auszutesten und die auftragsfreie Zeit zu nutzen.

Geheime Dankes-Botschaften

Die Lichtkünstler wollen mit den bunten Nachtaktionen unter dem Motto „Wiesbaden leuchtet“ für Abwechslung im zurzeit eher ruhigen Stadtbild sorgen. Dabei projizieren sie neben bunten Mustern auch Hashtags an die Wände, mit denen sie sich für die Arbeit derer bedanken wollen, die jetzt besonders im Einsatz sind. „Vor allem sind wir der Meinung das uns in dieser Zeit ein paar erhellende Lichtblicke ganz gut tun, zum anderen aber auch um einfach mal ‘Danke’ zu sagen.“ Die angestrahlten Gebäude seien dabei nicht nur zufällig gewählt.

So wollten sich die Lichtkünstler zum Beispiel beim Auftakt am Schlachthof für die langjährige Zusammenarbeit mit der Firma bedanken. Während der Krise stehen dort die Konzerthallen leer und wurden zu einer Rettungswache umfunktioniert und bei der Sektkellerei aus Biebrich wollten sich die Initiatoren für eine spontane Produktion von Desinfektionsmittel bedanken.

Noch kein Ende in Sicht

Auch weitere Aktionen seien schon in der Planung. Wann diese stattfinden, will Renschin aber bewusst nicht verraten. „Zum einen wollen wir vermeiden, dass zu viele Zuschauer kommen — denn wir wollen niemanden dazu verleiten, gegen das Versammlungsverbot zu verstoßen“, betont er. Außerdem sei die Überraschung für diejenigen, die zufällig an den Gebäuden vorbeikommen, umso größer. (ts)

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