Berühmte Persönlichkeiten, die in Wiesbaden begraben wurden

Auf den Wiesbadener Friedhöfen haben tausende Menschen ihre letzte Ruhestätte gefunden – einige von ihnen sind über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Berühmte Persönlichkeiten, die in Wiesbaden begraben wurden

Wer über einen der 21 Wiesbadener Friedhöfe läuft, kommt oft auch an berühmten Persönlichkeiten vorbei. Einige Gräber sind mehrere hundert Jahre alt und dienen als letzte Ruhestätte für Menschen, die durch ihre Arbeit oder ihre Abstammung über Wiesbaden hinaus bekannt geworden sind. Heute stellen wir euch vier von ihnen vor.

Carl Remigius Fresenius

Der Chemiker Carl Remigius Fresenius ist Ehrenbürger der Stadt Wiesbaden und wurde 1897 auf dem Alten Friedhof begraben.

In der Kapellenstraße gründete er 1848 sein eigenes Laboratorium für analytische Chemie, das später um etliche Abteilungen erweitert und zur Fachakademie ausgebaut wurde. Das „SGS Fresenius-Institut“ existiert auch heute noch. In seinem Labor entwickelte Fresenius zahlreiche Methoden, unter anderem zur Bestimmung der Inhaltsstoffe in Mineralwasser, Soda und Metall- Legierungen sowie analytische Verfahren, insbesondere ein Trennungsverfahren mit Schwefelwasserstoff.

Alexej von Jawlensky

Auch der russisch-deutsche Maler Alexej von Jawlensky liegt in Wiesbaden begraben. Er ist am 15. März 1941 in seiner Wohnung in der Beethovenstraße 9 gestorben und wurde drei Tage später auf dem russisch-orthodoxen Friedhof auf dem Neroberg bestattet.

Jawlensky wurde neben Wassily Kandinsky, Paul Klee und Lyonel Feininger Teil der Künstlergruppe „Die Blaue Vier“ und in Amerika bekannt. Im Juni 1921 kam er erstmals nach Wiesbaden und traf bald darauf die Entscheidung, sich hier niederzulassen. Ende der 1920er-Jahre erkrankte er an Arthrose, die Nationalsozialisten stempelten ihn als „entartet“ ab und das Museum Wiesbaden gab seine Werke ab. Heute sind wieder 111 Werke des Künstlers im Bestand des Museums. Aktuell werden sie in der Ausstellung „Alles! 100 Jahre Jawlensky in Wiesbaden“ gezeigt.

Der „Rote Baron“

Manfred von Richthofen wurde im Ersten Weltkrieg als „Roter Baron“ bekannt. Der Grund: Anfang 1917 wurde dem Jagdflieger die Führung einer eigenen Staffel übertragen. Um seine Gegner zu beleidigen, ließ er die Flugzeuge knallfarbig anmalen, sodass man sie „Fliegender Zirkus“ nannte. Sein eigenes dreiflügeliges Flugzeug war Feuerrot gestrichen. Dadurch und durch seine adelige Abstammung bekam er seinen Beinamen „Roter Baron“. Richthofen wurde weltweit zu einem der bekanntesten Piloten, an den bis heute Filme, Bücher und andere Medien erinnern.

Am 21. April 1918 wurde der „Rote Baron“ bei einem Einsatz in Flandern von australischen MG-Schützen abgeschossen und starb. Zunächst wurde er in Frankreich begraben, dann nach Berlin gebracht. Heute ruhen Richthofens Überreste neben denen seines Bruders Karl-Bolko und seiner Schwester Elisabeth im Familiengrab auf dem Wiesbadener Südfriedhof.

Das Grafengeschlecht zu Merenberg

In einer großen Gruft auf dem Alten Friedhof liegt ein Teil des Grafengeschlechts zu Merenberg begraben.

Der Grafentitel zu Merenberg wurde eigens als Ehename für Prinz Nikolaus Wilhelm zu Nassau und seine Frau Natalya Alexandrowna Pushkin geschaffen, um einen Skandal zu verhindern. Der Grund: Natalya Pushkin ist die Tochter des russischen Nationaldichters Alexander Sergejewitsch Puschkin und dessen Frau Natalja Gontscharowa. Dadurch war die Hochzeit nicht standesgemäß und sie durfte den Titel ihres Mannes nicht tragen. Beide Eheleute liegen heute auf dem Alten Friedhof im Mausoleum der Pauline von Nassau. Die nächste Generation wurde auf dem Südfriedhof bestattet.

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