Wieso die Polizei mit Blaulicht und Martinshorn nicht auf der Busspur fährt

Merkurist-Leserin Brigitte wollte wissen, warum die Polizei bei einer Einsatzfahrt mit Blaulicht nicht die Busspur nutzt, um schneller durchzukommen. Die Antwort ist überraschend einfach.

Wieso die Polizei mit Blaulicht und Martinshorn nicht auf der Busspur fährt

Wenn die Polizei einen Einsatz mit Blaulicht fährt, weicht sie auf dem Kaiser-Friedrich-Ring in Wiesbaden nicht auf die Busspur aus, um schneller vorwärts zukommen. Für Merkurist-Leserin Brigitte haben wir nachgefragt, warum das so ist.

Das Fahrverhalten der Polizei (und allgemein aller Rettungskräfte) richtet sich in dieser Situation nach zwei Paragrafen der Straßenverkehrsordnung: „Paragraf 11 in Verbindung mit Paragraf 38“, wie es Amtsdeutsch heißt. Das teilte die Polizei Wiesbaden dem Merkurist auf Anfrage mit.

Rettungsgasse bilden

Konkret handele es sich bei dem Kaiser-Friedrich-Ring in Wiesbaden um eine Bundesstraße mit drei Fahrstreifen. Davon seien zwei Fahrstreifen für den allgemeinen Verkehr- und einer für den Busverkehr, Taxen und Fahrräder ausgewiesen, so Pressesprecher Sejdullah Kqiku vom Polizeipräsidium Westhessen. Unter diesen Voraussetzungen greift ein ganz einfacher Grundsatz: Egal ob Unfall oder Stau, sehen die Verkehrsteilnehmer das Blaulicht oder hören das Martinshorn, sind sie angehalten, eine Rettungsgasse zu bilden.

Das sollten Verkehrsteilnehmer noch aus ihrer Fahrausbildung kennen, sagt der Polizeioberkommissar. Zur Erinnerung: Die Rettungsgasse bildet man auf einer dreispurigen Straße, indem die Autos auf der linken Fahrspur an den äußeren, linken Fahrbahnrand ziehen; Verkehrsteilnehmer auf der Bus -und Radspur an den äußeren rechten Fahrbahnrand, und Verkehrsteilnehmer auf der mittleren Spur ebenfalls nach rechts ausweichen. So entstehe eine Rettungsgasse zwischen linker und mittlerer Fahrspur, welche durch Polizei und Rettungskräfte unter Einsatz von Sondersignalen befahren werden könne, so der Presssprecher.

Das sei vor allem deshalb wichtig, da so die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf ein Minimum reduziert werden könne. Besonders Radfahrer, die ebenfalls die Busspur in Wiesbaden benutzen, oder Fußgänger und einbiegende Verkehrsteilnehmer würden so geschützt.