Hauptsache selbstgemacht

Fragt man unsere Leser nach ihrem Lieblingsrestaurant, nennen viele das Leib & Seele. Warum das Restaurant auf Selbstgemachtes setzt und wie man auch als Anfänger leckere Gerichte zaubert, erklärt Chefin Eva Klese.

Hauptsache selbstgemacht

Eva Klese muss einen hohen Kreide-Verbrauch haben: In ihrem Restaurant Leib & Seele informieren fast ein Dutzend von Hand geschriebene Tafeln über die Gerichte, Getränke und Pestosorten.

„Unser Menü wechselt ständig“, sagt die 29-Jährige, die das Restaurant seit November führt. Damit richtet sie sich nach der Saison - und schafft sich und ihrem Koch-Team genug Freiraum für Experimente. Das Konzept überzeugt auch viele Wiesbadener: Bei einer Facebook-Umfrage haben auch viele Merkurist-Leser das Restaurant als eines der besten in der Landeshauptstadt empfohlen.

Spezialofen für Geheimrezepte

„Oft bringe ich etwas vom Einkaufen mit und wir probieren aus, was man damit machen kann.“ - Eva Klese

„Oft bringe ich etwas vom Einkaufen mit und wir probieren aus, was man damit machen kann.“ So entstehen Köstlichkeiten wie Honigmelone mit Lavendeljoghurt und Roastbeef mit Cranberry-Pesto. Ein Dauerbrenner ist hingegen der sogenannte Schokovulkan, bei dem ein ausgebackener Kuchenkern von flüssigem Teig umgeben ist. Wie das geht? Klese lächelt und verrät nur, dass sie das Rezept von ihrem Vorgänger übernommen und dafür einen Spezialofen hat.

Versucht man ihr nicht die Rezepte zu entlocken, wird Klese redseliger. Das Selbstgemachte hat bei ihr lange Tradition: „Es gibt Fotos von mir, wo ich als Vierjährige in der Küche helfe. In der Grundschule habe ich dann alle meine Freunde bekocht und später Fresskörbe mit selbstgemachten Pestos verschenkt.“

Ihre Kochkünste hat sie sich zum größten Teil selbst antrainiert - und dabei auch herausgefunden, was eher nicht zusammen schmeckt. „Einmal habe ich ein Lemongras-Ingwer-Pesto angesetzt“, erinnert sie sich. „Das ist aber total vergoren.“

Tipps für Küchen-Neulinge

„Frische Kräuter kann man einfach auf dem Balkon züchten.“ - Eva Klese

Kochanfängern rät sie, es sich nicht zu kompliziert zu machen - das wichtigste seien die Zutaten. „Frische Kräuter kann man einfach auf dem Balkon züchten. Dann muss man nicht weit greifen und das Essen schmeckt viel besser“, sagt die Restaurantchefin, die direkt vor dem Restaurantküchenfenster ein Beet angelegt hat. Für den Anfang empfiehlt sie unter anderem Thymian, Salbei und Basilikum. „Die passen fast überall dazu.“

Ein weiterer einfacher Trick ist das Gegenwürzen: „Bei Herzhaften kann man ruhig eine Prise Zucker hinzufügen und bei Desserts eine Prise Salz. Das bringt auch bei einfachen Gerichten eine ganz neue Geschmacksnote.“

Probieren kann man die Rezepte von Klese nicht nur in ihrem Lokal in der Willy-Brandt-Allee. Mit ihrem Team ist sie dieses Wochenende auf dem Streetfood-Festival im Kalle Industriepark in Biebrich vertreten.

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