Wie geht es mit dem Geisterhaus in der Karlstraße weiter?

Seit Jahren herrscht in der Karlstraße 18 Leerstand. Das ehemalige Polizeirevier verfällt immer weiter. In den kommenden Jahren könnte sich aber etwas in dem grünen Haus tun.

Wie geht es mit dem Geisterhaus in der Karlstraße weiter?

Wer die Karlstraße in der Wiesbadener Innenstadt entlanggeht, dessen Blick bleibt automatisch an einem Haus hängen. Es steht zwischen den Mauern einer Schule und einem Blumenladen und passt so gar nicht ins Bild der Straße. Denn die grüne Fassade der Hausnummer 18 bröckelt, die teilweise kaputten Fenster sind mit Postern beklebt und die Wände wurden mit Graffitis beschmiert — anders als in den Gebäuden um es herum, ist schon lange kein Leben mehr in dem Haus. Immer wieder hieß es in der Vergangenheit, das 545 Quadratmeter große Gebäude solle wiederbelebt werden. Doch bisher hat sich an seinem Zustand nichts verändert.

Gebäude hat lange Geschichte

Die Geschichte des Gebäudes reicht weit zurück. Wie viele andere Häuser in der Karlstraße gilt es als typisches Handwerkermietshaus des 19. Jahrhunderts und zählt daher zu den Kulturdenkmälern der Stadt. Als Mietshaus gebaut, wurde es später als Polizeirevier genutzt und bis 2014 wieder als Wohnhaus. Nachdem die letzten Mieter das Haus dann verlassen hatten, wurde es vom Land Hessen verwaltet und im November 2015 an einen privaten Käufer verkauft. Dieser wollte es im Frühjahr 2017 sanieren. Doch es kam nie dazu — das Haus blieb leer.

Weiterer Verkauf, keine Veränderung

Ende 2018 vermittelte das Wiesbadener Immobilienunternehmen Paul & Partner Real Estate das Gebäude dann an einen anderen privaten Investor aus Wiesbaden. Auch er habe vor, es wieder zum Wohnhaus zu machen, sagte Paul & Partner damals gegenüber Merkurist. Davon ist allerdings auch Anfang 2020 noch nichts zu sehen. Was wird also aus dem Haus? Wird es weiterhin leer bleiben und auf seine Wiederbelebung warten?

Genau beantworten kann das wohl nur der neue Besitzer des Hauses. Er war für Merkurist nicht ausfindig zu machen. Lediglich das Wiesbadener Dezernat für Stadtentwicklung und Bau kann einige wenige Informationen zum Verbleib des Hauses geben. Wie Alexander Reinfeldt, Liegenschafts- und persönlicher Referent des Dezernats erklärt, wurde für das Bauvorhaben Anfang dieses Jahres in Absprache mit dem Denkmalschutz eine Baugenehmigung erteilt. Innerhalb der nächsten drei Jahre muss der Käufer jetzt also mit seinem Bauvorhaben in der Karlstraße 18 beginnen — ansonsten verfällt die Genehmigung wieder. (js)

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