So will der Oberbürgermeister die Innenstadt attraktiver machen

Vielen Wiesbadenern ist die Innenstadt nicht attraktiv genug. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende sieht mehrere Stellschrauben, über die man die Probleme lösen kann.

So will der Oberbürgermeister die Innenstadt attraktiver machen

Wenn die Geschäfte in der Wiesbadener Innenstadt geschlossen sind, meiden viele Einwohner die Fußgängerzone. Ist man nicht zufällig in einem der zentralen Restaurants zum Essen verabredet, gibt es kaum Anreize, die die Menschen in die Innenstadt ziehen. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) will das ändern. Im Interview mit Merkurist erklärt er, wie er das umsetzen will.

„In der Innenstadt fehlt es an Licht und Leuten.“ - Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

„Ich glaube, gerade in der Innenstadt fehlt es manchmal einfach an Licht und Leuten“, sagt Mende. Er greift damit die Beschwerden der Wiesbadener auf, die die Innenstadt als unsicher ansehen. Für Mende hat das Thema mit sozialer Kontrolle zu tun. Die Menschen fühlten sich wieder sicherer, wenn sie unter Menschen sind. „Und zwar Menschen, unter denen man sich wohlfühlt“, so der Oberbürgermeister. Außerdem attestiert er der Innenstadt — auch bezogen auf die Sicherheit — ein Defizit in puncto Beleuchtung. „Wenn es ein bisschen heller ist, fühlt man sich wohler und sicherer“, bezieht er sich vor allem auf die Abend- und Nachtstunden.

„Es gibt keine Notwendigkeit, mit einem Messer loszuziehen.“ - Gert-Uwe Mende

Die rein objektiven Sicherheitszahlen gäben zwar keinen Anlass zur Besorgnis, für viele Menschen sei das aber keine ausreichende Antwort, denkt Mende. „Und das kann ich auch verstehen.“ Die Waffenverbotszone hält er — auch wenn sie in der Bevölkerung durchaus umstritten ist — für eine richtige Maßnahme. „Es gibt keine Notwendigkeit, mit einem Messer in der Hosentasche loszuziehen. Alleine diese Botschaft zu setzen ist mir wichtig.“

Anreize schaffen

Damit man — unabhängig von der Beleuchtung — nachts nicht alleine auf der Straße ist, müssen Anreize her, die die Menschen in die Fußgängerzone locken. Einer dieser Anreize könnte ein breiteres Gastronomieangebot sein. „Es wird einfach zu wenig geboten“, sagt Mende. Im Bereich des „Schiffchens“ beobachte er ein sehr reges Nachtleben. Dort reiht sich beispielsweise ein Restaurant an eine Kneipe und die wiederum an eine Weinstube. „Vielleicht kann man das ein bisschen weiter ausdehnen“, so der Oberbürgermeister.

„Das ist das nächste Projekt, das wird hoffentlich Anfang nächsten Jahres umgesetzt bekommen.“ - Gert-Uwe Mende

Veränderung erhofft sich Mende auch durch einen Citymanager, der im kommenden Jahr installiert werden soll. „Der kann dann auch dafür sorgen, dass das Angebot in der Innenstadt attraktiver wird.“ Gleichzeitig fordert das Jugendparlament, einen Nachtbürgermeister einzuführen. „Das ist das nächste Projekt, das wir hoffentlich Anfang nächsten Jahres umgesetzt bekommen.“ Der Nachtbürgermeister soll zwischen der Kulturszene, den Clubbetreibern, Ordnungskräften und den Bürgern vermitteln.

Erlebnisgastronomie auf dem Luisenplatz

Die Idee, dass Gastronomie die Innenstadt beleben und gleichzeitig sicherer und damit auch attraktiver machen könnte, hat auch Bürgermeister Oliver Franz (CDU). Ähnlich der „Winterstubb“, die zum Sternschnuppenmarkt samt Riesenrad auf dem Mauritiusplatz errichtet wird, wünscht sich Franz ein ähnliches Angebot aus Gastronomie und Erlebnis auch im Sommer (wir berichteten). (js)

Logo