Eine grundlegende Sanierung des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden ist unumgänglich, doch bis zum Baubeginn soll es offenbar noch Jahre dauern. Das geht aus der Antwort von Kunstminister Timon Gremmels (SPD) auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion hervor, wie die Frankfurter Rundschau berichtet.
Demnach werde derzeit eine umfassende Bestandsaufnahme des über 125 Jahre alten Gebäudes erstellt, die bis Ende des Jahres vorliegen solle. Ein fertiges Sanierungskonzept werde allerdings erst für Mitte 2028 erwartet. Die anschließende Entwurfsplanung nehme laut Land weitere drei Jahre in Anspruch. Eine Entscheidung über die tatsächliche Umsetzung der Sanierung könne somit frühestens Anfang der 2030er-Jahre fallen.
Die Landesregierung bezeichnet eine grundlegende Sanierung inzwischen als „unzweifelhaft erforderlich“. Die letzte umfassende Sanierung der Bausubstanz liege rund ein halbes Jahrhundert zurück. Seitdem hätten sich die Anforderungen an den Theaterbetrieb sowie die Bühnen-, Audio- und Videotechnik grundlegend verändert.
Anlass für die Anfrage der Grünen seien Berichte über erhebliche Mängel im Theater gewesen, heißt es in dem Bericht. So stünden den Balletttänzern keine Ruheräume zur Verfügung, weshalb sie Matten auf dem Flur nutzen müssten. Außerdem seien die Proberäume des Orchesters zu klein und Teile des Mobiliars stark abgenutzt.
Spielbetrieb während der Sanierung unklar
Offen ist laut Landesregierung auch, wo das Theater während der Generalsanierung unterkommen wird. Bislang gebe es weder eine Entscheidung über mögliche Interimsspielstätten noch eine entsprechende Analyse. Erfahrungen würden zeigen, dass ein kompletter Umzug meist nicht realisierbar sei.
Wahrscheinlicher sei es, einzelne Sparten und Funktionsbereiche auf mehrere Standorte zu verteilen. Ziel sei es, die Auslagerungen räumlich und zeitlich so gering wie möglich zu halten. Eine vorzeitige Auslagerung von Proberäumen sei derzeit kein Thema, da das Land zunächst die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie abwarten wolle, berichtet die Zeitung. Da geeignete Flächen nur begrenzt verfügbar seien, führe das Land bereits Gespräche mit der Stadt Wiesbaden.