Mann wegen Verdacht des Missbrauchs seiner Töchter vor Gericht

Zusammenhang mit Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach

Mann wegen Verdacht des Missbrauchs seiner Töchter vor Gericht

Weil er verdächtigt wird, seine zwei leiblichen Töchter sowie seine Stieftochter schwer sexuell missbraucht zu haben, muss sich ein 39-Jähriger aus dem Rheingau-Taunus-Kreis nun vor dem Wiesbadener Landgericht verantworten. Der Prozess beginnt am Dienstagmorgen.

Angeklagt ist der Mann wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes kinderpornografischer Schriften. Die Anklage steht im Zusammenhang mit Ermittlungen zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach, im Rahmen derer der 39-Jährige über einen Chatpartner identifiziert werden konnte.

Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt 291 selbstständige Handlungen zur Anklage gebracht. Bei den Opfern des Mannes handelt es sich um die beiden leiblichen Töchter des Beschuldigten, die zu den Tatzeitpunkten 11 Monate beziehungsweise zwischen 5 und 10 Jahre alt waren sowie um seine Stieftochter. Sie soll zu den Tatzeitpunkten zwischen 4 und 7 Jahre alt gewesen sein. Auch eine 12 Jahre alte Freundin seiner leiblichen Tochter soll der Mann missbraucht haben.

In vielen Fällen nahm er die Übergriffe laut Anklage digital auf und verschickte sie im Rahmen einer Chatgruppe, in der Teilnehmer kinder- und jugendpornografische Inhalte verbreiteten. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten entdeckte die Polizei außerdem über 4000 Dateien mit kinderpornografischen Inhalten.

Die Hauptverhandlung beginnt am Dienstagmorgen um 9 Uhr im Saal 0.020 des Landgerichts. Vorerst wurden acht Verhandlungstermine angesetzt.

Hintergrund

Der Fall steht im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach. Dort war im Oktober 2019 ein 43-Jähriger festgenommen worden, der im Verdacht steht, seine 2017 geborene Tochter missbraucht, die Übergriffe dokumentiert und das Material im Netz verschickt zu haben. Ermittler fanden bei Durchsuchungen große Mengen kinderpornografischen Materials sowie Chatverläufe. Der 43-Jährige, der seit Mitte August vor Gericht steht, gilt als zentrale Figur eines Missbrauchsnetzwerks, das sich mittlerweile über ganz Deutschland erstreckt. Rund 72 Verdächtige wurden in diesem Zusammenhang bislang identifiziert, acht Personen angeklagt. Die Ermittlungen laufen noch immer. (ts)

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