Prozess wegen illegalem Bordell in Wiesbaden gestartet

Drei Personen stehen in Wiesbaden vor Gericht. Sie sollen Frauen für Bordelle eingeschleust und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 800.000 Euro hinterzogen haben.

Prozess wegen illegalem Bordell in Wiesbaden gestartet

Vor dem Landgericht Wiesbaden hat ein Prozess gegen drei chinesische Staatsangehörige begonnen. Wie der SWR berichtet, wird ihnen vorgeworfen, ein illegales Bordell in Wiesbaden betrieben zu haben.

Den Angeklagten werde zur Last gelegt, mindestens 16 Frauen aus China mit Touristenvisa nach Deutschland eingeschleust zu haben. Hier hätten die Frauen dann ohne Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis als Prostituierte gearbeitet. Laut Staatsanwaltschaft sollen die Beschuldigten die Frauen über ein Online-Portal in China angeworben haben. Die Ermittlungen hätten auch zu zwei weiteren Häusern bei Stuttgart geführt.

Da für die Frauen keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt worden seien, laute ein weiterer Vorwurf auf Sozialversicherungsbetrug in Höhe von mehr als 800.000 Euro.

Zufallsfund bei Polizeikontrolle

Aufmerksam auf das illegale Bordell wurden die Ermittler laut dem Bericht durch einen Zufall. Eine der Prostituierten sei in eine Polizeikontrolle geraten, bei der die Beamten festgestellt hätten, dass die Chinesin sich illegal in Deutschland aufhalte.

Die Vorwürfe des Menschenhandels und der Zwangsprostitution hätten sich laut Staatsanwaltschaft nicht nachweisen lassen. Die Frauen hätten bei den Vernehmungen ausgesagt, dass sie von Anfang an gewusst hätten, dass sie in Deutschland als Prostituierte arbeiten sollten. Der Prozess wird am 28. Oktober fortgesetzt.