L 3028: Keine Sanierung trotz 'desolaten' Zustands?

Spurrillen und Schlaglöcher: Weil die L 3028 immer wieder als Ausweichstrecke genutzt werde, sei ihr Zustand mittlerweile „desolat“, findet ein Merkurist-Leser. Warum die Strecke dennoch nicht saniert wird, erklärt ein Sprecher von Hessen Mobil.

L 3028: Keine Sanierung trotz 'desolaten' Zustands?

Als „desolat“ empfindet Merkurist-Leser Werner den Zustand der Landstraße 3028 zwischen Nordenstadt und Eppstein-Bremthal. Immer wieder werde die Straße als inoffizielle Ausweichstrecke genutzt, wenn es auf der A 3 zwischen Niedernhausen und dem Wiesbadener Kreuz zu Verzögerungen kommt. „Für diese außerordentliche Dauerbelastung ist diese schmale Straße nicht ausgelegt und sieht dementsprechend aus“, so Werner. Zwischen Auringen und Medenbach reihten sich starke Spurrillen an größere Schlaglöcher.

Werners Vermutung, warum die Straße nicht saniert wird, ist folgende: „Die Krux ist aber der seit Jahren schwelende kuriose Zuständigkeitsstreit zwischen dem Main-Taunus-Kreis Kreis und Wiesbaden zu den Sanierungskosten.“ Seit Jahren passiere nichts, weil die Straße im Grenzbereich der beiden Kreise verlaufe.

Was Hessen Mobil dazu sagt

„Der von Ihnen erwähnte Streit ist uns nicht bekannt.“ - Christian Stegner, Hessen Mobil

„Der von Ihnen erwähnte Streit ist uns nicht bekannt“, sagt Christian Stegner, Sprecher des Straßen- und Verkehrsmanagements Hessen Mobil, das unter anderem für die Sanierung hessischer Landesstraßen verantwortlich ist. Der Grund, warum die Straße nicht saniert werde, sei vielmehr, dass andere Strecken als „dringlicher eingestuft“ wurden. „Leider konnte der genannte Abschnitt der Landesstraße L 3028 zwischen dem Kreisel Nordenstadt und dem Kreisel Eppstein-Bremthal nicht in das Programm der Sanierungsoffensive aufgenommen werden“, so Stegner. Das Land Hessen hatte 2016 die sogenannte „Sanierungsoffensive 2016-2022“ gestartet.

Laut Stegner befindet sich mehr als ein Fünftel des 7000 Kilometer langen Landesstraßennetzes in einem sehr schlechten Zustand. Deshalb verfolge die Landesregierung den Grundsatz „Sanierung vor Neubau“. Bis zum Jahr 2022 wolle die Regierung rund 385 Millionen Euro in rund 540 Einzelbaumaßnahmen investieren. „Dabei sollen die zur Verfügung stehenden Gelder dorthin geleitet werden, wo sie am dringendsten benötigt werden“, so Stegner. Die Kriterien lauteten dabei: Verkehrssicherheit, Verkehrsbedeutung, Verkehrsqualität und Umfeld.

„Abschnitt unter Beobachtung“

„Die Straßenmeisterei hat diesen Abschnitt unter Beobachtung.“ - Christian Stegner, Hessem Mobil

In Hessen gebe es erstmalig eine mittelfristige Planung im Landesstraßenbau, die über das Folgejahr hinausgeht. „Es bleibt aber darauf hinzuweisen, dass ein zusätzlicher finanzieller Puffer vorgesehen ist“, sagt Stegner. Sollte es vor Ort zu deutlichen Verschlechterungen kommen, die eine Aufnahme in das Programm erforderlich machten, werde darauf reagiert. Zwar sei nur ein kurzer Streckenabschnitt der L 3028 als Umleitungsstrecke ausgewiesen, dennoch habe man den Zustand im Blick. „Die Straßenmeisterei hat diesen Abschnitt unter Beobachtung und sorgt dafür, dass ein sicheres Befahren der Strecke möglich bleibt.“

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