Was die Stadt gegen Straßenlärm tut

Wiesbadener, die in oder in der Nähe der Hauptverkehrsstraßen wohnen, brauchen starke Nerven. Sie sind täglich Verkehrslärm ausgesetzt. Was tut die Stadt, um den Lärm einzudämmen?

Was die Stadt gegen Straßenlärm tut

Es ist laut in Wiesbaden. Vielleicht nicht unbedingt in den Vororten, dafür aber umso mehr an den Hauptverkehrsstraßen der Stadt. Dass das nicht nur eine gefühlte Wahrheit ist, geht aus einer Lärmkarte des Landes hervor. Laut ist es demnach besonders rund um die Ringe, den Hauptbahnhof, die Schwalbacher Straße, die Biebricher Allee und überall dort, wo Autobahnen, oder Eisenbahnstrecken in der Nähe sind. Anwohner sind dort hohen Lärmwerten ausgesetzt.

Pläne sollen helfen

Einfach hinnehmen müssen sie das aber nicht. In Deutschland gibt es das Bundes-Immissionsschutzgesetz. Damit es in Ballungsräumen nicht zu laut wird, müssen sogenannte Lärmaktionspläne aufgestellt werden. Das sind Pläne, in denen sichtbar wird, an welchen Stellen in Städten noch Nachholbedarf in Sachen Lärmschutz besteht und welche Maßnahmen die Verantwortlichen dagegen treffen. Dabei werden auch Anregungen der Bürger berücksichtigt.

Planentwurf veröffentlicht

Alle fünf Jahre stellt das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt gemeinsam mit der Stadt auch für Wiesbaden einen solchen Plan auf. Dabei dokumentiert es auch, was seit dem letzten Plan umgesetzt wurde. Den neuesten Planentwurf hat das RP vor Kurzem veröffentlicht. Bis zum 21. Januar können die Wiesbadener sich den Entwurf ansehen und Anmerkungen an das RP schicken. Die größten Punkte aus dem Entwurf haben wir für Euch zusammengefasst:

Luftreinhalteplan als Lärmschutz

Als langfristige Maßnahme, um den Straßenlärm einzudämmen, nennt die Stadt den Luftreinhalteplan. Er zielt darauf ab, den Autoverkehr aus der Stadt zu lenken und mehr Menschen zum Umstieg auf Bahn, Bus, Fahrrad und Elektromobilität zu bewegen. Dadurch soll sich nicht nur die Luftqualität verbessern, sondern auch der Lärm verringert werden. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem, dass der städtische Fuhrpark nach und nach auf E-Antriebe umgestellt, der Verkehr digitaler und die Stadt insgesamt fahrradfreundlicher gestaltet wird. Bis nächstes Jahr sollen insgesamt 221 Dieselbusse gegen E-Busse eingetauscht werden, die neuen Ampeln sollen dann voll funktionstüchtig und alle geplanten Radwege umgesetzt sein.

Fahrbahnsanierungen und Schallschutz

Auch Straßensanierungen tragen dazu bei, dass es ruhiger auf den Straßen wird. In den Jahren 2016 und 2017 hat die Stadt jeweils rund fünf Kilometer Fahrbahn erneuert. 2018 waren es etwa 5,8 Kilometer und 2019 sollen rund 7,9 Kilometer erneuert werden. Ebenso lärmdämmend wirken Schallschutzwände. Die Stadt will dazu ein Schallschutzfenster-Programm erarbeiten. Mithilfe der Wiesbadener Bürger soll sich dann entscheiden, wo solche Schallschutzwände nötig sind.

Viele Forderungen aus der Bevölkerung für einzelne Straßen

Ein großer Punkt auch im neuen Planentwurf sind Tempolimits in der Nacht. Viele Wiesbadener wünschen sich in verschiedenen Straßen Tempo 30. Beispielsweise in Erbenheim, oder in der Biebricher Rathausstraße. Schon im ersten Plan wurde das Thema diskutiert. Auf Initiative des Umweltamtes wurde dann im November 2015 die Arbeitsgruppe "Tempo 30 nachts", bestehend aus Vertretern des Umweltamtes, des Tiefbau- und Vermessungsamtes sowie der Straßenverkehrsbehörde gegründet. Aus dem aktuellen Planentwurf geht jetzt hervor, dass die Fachbehörden die Einführung von weiteren Tempo-30-Straßen weiterhin von Straße zu Straße prüfe. Ähnlich sieht es mit Lkw-Fahrverboten in verschiedenen Straßen aus.

Den vollständigen Lärmaktionsplan findet Ihr hier als ersten Punkt im Bereich Downloads. Um Wiesbaden geht es ab Seite 218. Wer sich selbst zu verschiedenen Punkten äußern will, kann das noch bis zum 21. Januar über ein Online-Kontaktformular, telefonisch sowie postalisch an die Adresse des Regierungspräsidiums Darmstadt tun. (ts)

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