Wie lange dürfen Außengastronomien in Wiesbaden geöffnet sein?

Besonders zur Sommerzeit drängen sich viele Wiesbadener Restaurants und Bars mit ihren Tischen auf die Straße. Was die einen freut, bedeutet für andere wegen des Lärms schlaflose Nächte. Eine wirkliche Sperrstunde gibt es nämlich nicht.

Wie lange dürfen Außengastronomien in Wiesbaden geöffnet sein?

Das Leben inmitten einer Großstadt wie Wiesbaden hat viele Annehmlichkeiten. Sei es zum Einkaufen, Arbeiten oder zum Ausgehen. Die Wege sind meistens sehr kurz und können bequem zu Fuß erledigt werden. Durch die enge Ballung von Restaurants und Bars rund um die eigene Wohnung kann es aber auch mal lauter werden — gerade in den Abendstunden.

Das sieht auch ein Merkurist-Leser so und fragte in einem Snip: „Warum hat die Außengastronomie in Wohnvierteln bis Mitternacht auf? Wer kontrolliert Lärm und die Flächennutzung?“

Schließen zwischen 5 und 6 Uhr

Wo und wie lange Außengastronomien in Wiesbaden geöffnet sein dürfen, ist in der hessischen Sperrzeitverordnung geregelt. Eine wirkliche Nachtruhe ist dort nicht vorgesehen, wie ein Mitarbeiter vom Wiesbadener Verkehrsdezernat erklärt: „Dort ist festgelegt, dass die Sperrzeit für Gaststätten um 5 Uhr beginnt und um 6 Uhr endet.“ Im Klartext bedeutet diese Vorschrift, dass Gaststätten lediglich für eine Stunde am Tag ihre Lokalität schießen müssen und ansonsten an 23 Stunden am Tag, und sieben Tagen die Woche geöffnet haben dürfen.

Damit eine Gastronomie mit Außenplätzen in einem Wohnviertel betrieben werden darf, bedarf es einer vorherigen Sondererlaubnis durch die Wiesbadener Straßenverkehrsbehörde. Dies gelte jedoch nicht, wenn sich die Tische im Freien auf dem privaten Gelände der jeweiligen Gastronomie befinden, so der Sprecher des Dezernats.

Da Wohngebiete einen höheren Schutzanspruch als Gewerbegebiete haben, seien die Regelungen dort auch etwas strenger, erklärt das Dezernat: „Geräusche, die von Außengastronomie ausgehen, dürfen das zulässige Maß nicht überschreiten. Von der Lage der Gastronomie abhängige Immissionsrichtwerte, differenziert nach Tages- und Nachtzeit, beschreiben das zulässige Maß.“

Lärmbelästigung melden

Sicherzustellen, dass dieses Maß nicht überschritten wird, ist in Wiesbaden Aufgabe von insgesamt drei städtischen Abteilungen. Dass sich die Gastronomien an die Außenbewirtschaftungsregelungen halten, kontrolliert die kommunale Verkehrspolizei. „Das heißt in erster Linie, ob sich an die vorgegebenen Flächenmaße gehalten wird“, erklärt der Sprecher. Kommt es durch die Gaststätten zu später Stunde zu Ruhestörungen, können die Stadtpolizei und das Ordnungsamt informiert werden. Zusätzlich kann natürlich auch die Landespolizei informiert werden. (js/ts)

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