Erster Batteriezug Hessens auf Strecke Wiesbaden-Niedernhausen: Erste Ergebnisse

Auf der Ländchesbahn zwischen Wiesbaden und Niedernhausen wird seit Dezember 2025 ein neuer Batteriezug getestet. Nun liegen erste Ergebnisse vor.

Erster Batteriezug Hessens auf Strecke Wiesbaden-Niedernhausen: Erste Ergebnisse

Seit Mitte Dezember läuft auf der Ländchesbahn (RB21) zwischen Wiesbaden und Niedernhausen ein einjähriger Testbetrieb mit einem batterie-elektrischen Zug. Wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die Hessische Landesbahn (HLB) mitteilen, ersetzt er auf ausgewählten Fahrten klassische Dieselfahrzeuge. Erste Ergebnisse zeigen: Er verbraucht deutlich weniger Energie als ein Dieselzug.

Laut RMV-Geschäftsführer Professor Knut Ringat hat rund ein Drittel der Bahnstrecken in Hessen keine Oberleitung. „Während auf dicht befahrenen Strecken die Nachrüstung einer elektrischen Oberleitung das Mittel der Wahl ist, sorgen Batteriezüge für lokale CO2-freie Mobilität ohne Bau einer Oberleitung auf der gesamten Strecke“, erklärt Ringat. Der RMV plant, auf der Ländchesbahn ab 2032 auf Dieselantrieb zu verzichten.

So funktioniert der Batteriezug

Die Ländchesbahn eignet sich laut den Betreibern hervorragend als Teststrecke, da der Zug vom Typ „Mireo Plus B“ seine Batterien dort aufladen kann, wo eine Oberleitung vorhanden ist, etwa in Wiesbaden oder Niedernhausen.

„Ein weiterer Vorteil der elektrischen Batteriezüge ist, dass wir beim Bremsen Energie zurückgewinnen und so für einen geringeren Energiebedarf gegenüber Dieselzügen sorgen“, sagt Veit Salzmann, Geschäftsführer der Hessischen Landesbahn. Nach ersten Erkenntnissen liegt der Energieverbrauch des Batteriezugs rund 70 Prozent unter dem von Dieselfahrzeugen. Dies wird vor allem durch die Rückspeisung von Energie beim Bremsen möglich, bei der der Elektromotor zum Stromgenerator wird.

Aktuell fährt der Batteriezug viermal pro Tag in jede Richtung. Fahrten mit besonders hoher Nachfrage werden weiterhin mit zwei gekoppelten Dieselzügen bedient, um genügend Plätze anzubieten. Finanziert wird der Testbetrieb vom RMV, das Fahrzeug hat die HLB von der Siemens-Tochter Smart Train Lease GmbH angemietet.