Wiesbadens exotische Seite

Die Wiesbadener Designerin Astrid Roussel zeigt mit dem Kunstprojekt „wisibada“ die exotische Seite der Landeshauptstadt. Im Gespräch mit Merkurist erzählt sie, wie sie auf die Idee gekommen ist und wie die Zukunft des Projekts aussieht.

Wiesbadens exotische Seite

Ein tropischer Vogel folgt der Nerobergbahn, mehrere Papageien fliegen vor dem Kurhaus, hinter dem sich Palmen in den Himmel strecken und ein blauer Bus parkt vor dem Kochbrunnen und versprüht mediterranes Flair.

Wisibada - so lautet nicht nur der ursprüngliche Name Wiesbadens, sondern auch der Titel eines Kunstprojekts der Wiesbadener Designerin Astrid Roussel. Zu sehen sind fünf bekannte Orte in Wiesbaden, die grafisch verfremdet wurden - das Biebricher Schloss, die Nerobergbahn, das Museum Wiesbaden, das Kurhaus und der Kochbrunnen.

Wiesbadens exotischer Flair

Die Idee zum Projekt kam Roussel, die auf ihren Spaziergängen in Wiesbaden immer ihre Kamera dabei hat, als der „Kulturraum Marleen“ im Einkaufszentrum Lili am Bahnhof frei wurde. „Da kam mir dann die Idee, dort Bilder von Wiesbaden ausstellen zu wollen. Ich wollte mit ihnen das Charakteristische von Wiesbaden herausstellen, wie bei einer Werbekampagne,“ so die studierte Kommunikationsdesignerin im Gespräch mit Merkurist. Für die fünf Motive habe sie sich entschieden, da es ihrer Meinung nach die bekanntesten Wahrzeichen Wiesbadens sind.

Roussel stammt ursprünglich aus der Nähe von Trier. Vor neun Jahren kam sie für das Studium nach Wiesbaden. „Viele meiner Studienkollegen sind schon wieder weggezogen, aber ich mag die Stadt sehr,“ so Roussel. Besonders möge sie die vielen Parks und das „außergewöhnliche und exotische“ an der Stadt, wie die Villen und Papageien. Die Verfremdung der fertigen Bilder ist sowohl am Computer als auch mit digital eingefügten analogen Illustrationen entstanden.

Postkarten und Kunstdrucke

Im letzten Jahr fand am 3. September die Vernissage für die Bilder im „Marleen“ statt. Mittlerweile kann man sie auch als Kunstdrucke und Postkarten erwerben. Dafür hat Roussel nicht nur einen eigenen Online-Shop gegründet, sondern kooperiert für den Postkartenverkauf auch mit dem „Strandhaus Cafe & Schönes“. „Gerade bin ich auch im Gespräch mit der Tourist-Info und mit einer Kunstgalerie.“ Die Kunstdrucke sind aktuell im Shop in verschiedenen Größen verfügbar. Wie Roussel berichtet, sei insbesondere eine hohe Nachfrage nach großen Drucken vorhanden. „Großformatig sind die Bilder beeindruckender und man kann die Details viel besser erkennen,“ so die Künstlerin.

Der Zuspruch zum Projekt falle im Allgemeinen sehr gut aus. „Mich freut das sehr,“ so Roussel. „Eine Mexikanerin, die jetzt in Wiesbaden wohnt, hat mir gesagt, dass die Bilder für sie beide Welten miteinander verbinden.“ Neben Personen, die im Ausland gelebt haben, würden sich laut der Künstlerin auch Menschen, die Freiheit und Lebensqualität schätzen, von den Bildern angesprochen fühlen.

Weitere Motive in Planung

Für die Zukunft kann sich Roussel vorstellen, das Projekt weiterzuentwickeln. Dafür habe sie viele Möglichkeiten: „Ich kann entweder mit dem selben Stil weitere Motive aus Wiesbaden bearbeiten oder mir - mit zum Beispiel Mainz - eine andere Stadt suchen. Alternativ könnte ich für Wiesbaden auch einen anderen Stil ausprobieren und die Motive komplett gemalt darstellen.“ Für Wiesbaden habe sie mit dem Neroberg, dem Opelbad und dem Schiersteiner Hafen schon weitere Motive im Kopf.

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