Steht die Kreativfabrik vor dem Aus?

Seit 2002 hat sich die Kreativfabrik am Schlachthof als wichtige Kulturinstitution etabliert. Doch die Zukunft ist ungewiss, da der Mietvertrag der Krea ausläuft.

Steht die Kreativfabrik vor dem Aus?

Die Kreativfabrik gilt mit dem Schlachthof im Bereich Rock/Alternative als feste Institutionen in Wiesbaden, die auch über die Grenzen der Stadt hinaus Besucher anzieht. Doch mit der angekündigten Schließung der Rockkneipe Sabot wird diese Wiesbadener Subkultur bald um eine Attraktionen ärmer. Und das Sterben könnte weiter gehen, denn der Kreativfabrik droht mit dem Auslaufen des Mietvertrags das mögliche Ende.

Mietvertrag läuft aus

Direkt gegenüber des Schlachthofs gelegen besteht die Kreativfabrik mittlerweile schon seit 2002. Neben Konzerten und Partys am Wochenende dient die „Krea“ auch als ein wichtiger sozialer Treffpunkt für junge Menschen in Wiesbaden. So können lokale Bands die Krea zum Proben nutzen und gemeinnützige Vereine wie „MOJA - Verein zur Förderung mobiler Jugendarbeit e.V.“ haben dort ihr Zuhause.

Die Krea ist aber nur Mieter in ihren Räumlichkeiten, Besitzer ist weiterhin die „Fleischer-Einkauf Mainz/Wiesbaden eG“. Dass sich das Kulturzentrum in dem ehemaligen Schlachthaus einrichtete, sei laut Krea eine stille Übereinkunft gewesen. „Wir zahlen eine verhältnismäßig geringe Miete, die das Objekt für den Vermieter ertragreich werden lässt. Im Gegenzug tolerieren wir den Sanierungsstau im Haus“, heißt es von der Kreativfabrik. Doch das aktuelle Mietverhältnis läuft im Sommer 2021 aus.

Da von Seiten der eG zunächst kein Interesse bestand, den Vertrag zu verlängern, hatte sich die Krea im Sommer an die politischen Gremien in Wiesbaden gewandt. Zwar sei die Krea der Stadt dankbar für ihre finanzielle Unterstützung der letzten Jahre, durch das drohende Ende des Vertrags stehe das Projekt aber auf dünnem Eis. Auch sei das Gebäude dringend sanierungsbedürftig. „Es ist uns nicht möglich, diese (und andere) dringenden Maßnahmen aus eigenen Mitteln zu finanzieren“, so die Krea. Daher hofft sie auf tatkräftige Unterstützung der Stadt, denn ein Ende der Miete würde wohl das Ende für das Projekt bedeuteten: „Die Krea ist mit dem Kulturpark tief verwurzelt. Ein alternativer Standort ist für unseren Verein nicht denkbar.“

Zeichen stehen gut

Die Bemühungen der Krea scheinen aber erste Früchte zu tragen. Laut eines Sprechers wolle die Stadt den Mietvertrag „übernehmen, wenn der Erbbaurechtsvertrag zwischen der Fleischereinkaufgenossenschaft Mainz/Wiesbaden eG und der Stadt über dem Vereinshaus am 30.06.2021 ausläuft.“ Eine Möglichkeit für die Genossenschaft, die Immobilie zu veräußern und den Erbbaurechtsvertrag zu verlängern, besteht nach Aussage des Liegenschaftsamts nicht. „Nach mehreren Gesprächen mit der Stadt spüren wir einen großen Rückhalt in Politik und Verwaltung. Nach unserer Einschätzung ist der Standort nicht bedroht“, so der Sprecher der Krea. (ms)

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