Corona-Tests: Neuregelung sorgt für Chaos bei Betreibern von Teststationen

Ab 1. Juli werden die Corona-Tests für die meisten Menschen kostenpflichtig: Drei Euro werden dann pro Abstrich fällig. Die Teststellenbetreiber stellt das vor schier unlösbare Probleme.

Corona-Tests: Neuregelung sorgt für Chaos bei Betreibern von Teststationen

Eine Woche ist es her, dass Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angekündigt hat, Corona-Bürgertests ab Juli für die meisten Menschen kostenpflichtig zu machen. Lediglich für vulnerable Gruppen gilt dann eine Sonderregelung (wir berichteten).

Die Betreiber der Teststationen stellt diese kurzfristige Änderung vor unlösbare Probleme: „Die Testverordnung, so wie sie gestern am späten Nachmittag vom Gesundheitsministerium veröffentlicht wurde, ist für uns schlichtweg nicht umsetzbar“, sagt Lukas Flieger, Geschäftsführer von NosCuro Medical am Donnerstag (30. Juni). Das Unternehmen betreibt mit „Schnelltest Deutschland“ etliche Teststationen.

Keine Bezahlsysteme in den Teststellen

Problematisch sei vor allem, dass es gar keine Bezahlsysteme in den Teststellen gebe. In so kurzer Zeit sei es gar nicht möglich, diese zu installieren. Auch das Personal müsse auf die Drei-Euro-Tests und die anderen Änderungen geschult werden. „Wer erwartet, dass solche grundlegende Änderungen im Testbetrieb an einem Abend umzusetzen sind, der arbeitet weit weg von der Realität“, kritisiert Flieger die Politik. Aushänge müssten angefertigt, Kunden informiert werden.

Auch sei nicht umsetzbar, die Kunden auf ihren Anspruch hin zu kontrollieren. So werde etwa nicht geklärt, wie kontrolliert werden soll, ob jemand beispielsweise wirklich die über 60 Jahre alte Oma besuche. „Das sind Arbeiten, die mit Vorlaufzeit angegangen werden müssen. Qualitativ braucht es da einige Tage, wenn nicht Wochen, bis alles so steht, dass der Testbetrieb einwandfrei umgesetzt werden kann.“ Für die Betreiber sei dieses Chaos ein Déjà-vu: „Vor etwas mehr als einem halben Jahr gab es ähnlich chaotische Tage, nachdem die kostenfreien Bürgertests reaktiviert wurden und die Testnachfrage sprunghaft anstieg“, erinnert sich Flieger. „Heute sind es andere, aber dennoch weitreichende Änderungen, die seitens der Politik nur Stunden vorher kommuniziert werden. Für uns ist das absolut unverständlich.“

Einige Apotheken haben daher entschieden, auf die drei Euro ganz zu verzichten. Wie das Magazin „Apotheke Adhoc“ berichtet, gebe es auch hier oft keine Kassen, zum anderen finden es einige ungerecht, Tests zu fordern und diese nicht zu bezahlen. Außerdem werde erwartet, dass die Regierung den Eigenanteil schnell wieder abschaffen werde.

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