Hotels während Corona: Wenn die Stromrechung zum Problem wird

Die Coronakrise sorgt auch bei Hotelbesitzern für finanzielle Probleme. Während Einnahmen wegfallen, müssen laufende Kosten weiter gezahlt werden. Das stellt einige Hoteliers vor harte Entscheidungen.

Hotels während Corona: Wenn die Stromrechung zum Problem wird

Am Donnerstagnachmittag verkündete der hessische Ministerpräsident eine für viele erlösende Nachricht: Ab dem 15.Mai dürfen in Hessen neben Gaststätten auch Ferienwohnungen und Hotels wieder regulär Gäste empfangen. Damit geht für die Hoteliers eine fast zweimonatige Zwangspause zu Ende, die durch die Coronamaßnahmen bedingt wurde.

Probleme mit Zahlungen

Denn während die Einnahmen fast auf Null sanken, blieben viele laufende Kosten bestehen. „Unsere höchste Priorität in der Zeit war es, unseren treuen Mitarbeitern weiter ihre Gehälter zu zahlen“, berichtet eine Hotelbetreiberin aus Wiesbaden. Das führte jedoch zu Engpässen bei anderen Zahlungen, etwa bei der Stromrechnung. Weil sie diese zunächst nicht zahlte, kam sogar eine Mahnung von ESWE Versorgung. Darin stand, dass ihr eine mögliche Sperrung des Stromzählers drohe.

Zwar beglich die Hotelbetreiberin die Rechnung rechtzeitig, sie fühlte sich jedoch von dem Stromversorger in der Krise schlecht behandelt. Dieser weist das jedoch zurück: „Wir sind bemüht, für Kundinnen und Kunden mit Zahlungsschwierigkeiten realistische Lösungen zu finden“, erklärt Frank Rolle, Sprecher der ESWE Versorgung. „Werden also zum Beispiel Ratenzahlungen vereinbart, so gehen diese von den individuellen Voraussetzungen und Gegebenheiten des jeweiligen Unternehmens aus.“

Unterstützungsmöglichkeiten

Rolle weist darauf hin, dass für angeschlagene Hotels Hilfsmöglichkeiten wie Kredite und Einmalzahlungen eingerichtet wurden. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, etwa aus Bundes- und Landesmitteln“, erklärt Freia Zehner Geschäftsführerin des Hotel- und Gastronomieverbands Dehoga Hessen. So zahlte das Land Hessen Soforthilfen von bis zu 30.000 Euro aus. Auch eine Aufstockung der Gelder sowie günstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind möglich. „In solch einem Problemfall bieten wir als Dehoga auch gerne an, zwischen Gewerbe und dem Energieversorger zu vermitteln,“ so Zehner. Zwar sei das Abstellen des Stroms natürlich ein legitimes Mittel, falls Rechnungen nicht bezahlt werden, so Zehner. Aber auch in der Krise gebe es ausreichend Möglichkeiten, dies abzuwenden. (js/ts)

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